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Schandfleck oder Wahrzeichen? Clemens Pochop sieht bessere Alternativen zur Messe Wächtersbach. Text: Freie Wächter/Jan Volkmann

Freie Wächter fragen: "Braucht es noch die Messe Wächtersbach?"

am 30.09.2020

Lokalpolitische Bewegung schlägt Alternativen vor

Wächtersbach (FW/jv). Die neue lokalpolitische Bewegung „Freie Wächter“ wagt sich an ein großes Thema, welches in der Wächtersbacher Politik bisher als Tabu galt. Sie stellen die Frage: "Braucht es noch die Messe Wächtersbach?"

„Vielleicht ist es an der Zeit, unsere Stadt neu aufzustellen“, beginnt Clemens Pochop seine Gedanken über die Messe Wächtersbach. Seit jeher sei Wächtersbach´Die Messestadt´. In der Vergangenheit habe es sogar politische Versuche gegeben, dies auf das Ortsschild zu schreiben, was jedoch von höheren Behörden nicht genehmigt wurde. „Seit einigen Jahren geht es jedoch kontinuierlich bergab. Die Besucherzahlen gehen zurück und die Stadt hat begonnen, Freikarten zu verteilen, um die Besucherzahlen künstlich hochzuhalten“, so Pochop. Insgesamt seien Messen auf dem Rückzug, da das Internet jederzeit die Möglichkeiten einer Messe biete: Sich zu informieren und bei Interesse etwas zu kaufen. „Nicht umsonst sind wir die einzige Messe hier in der Gegend. Die übrigen Messen wurden mangels Interesse bereits geschlossen“, sieht Pochop einen Trend, dem sich auch die Wächtersbacher Messe nicht widersetzen könne, trotz aller Versuche, den Spagat hin zur Eventmesse zu schaffen. Die durch Corona beschleunigte Digitalisierung sowie der diesjährige Ausfall würden der Entwicklung weiter Vorschub leisten.

Auch für Wächtersbach und seine Bürger kann er keinen Mehrwert in der Messe erkennen: „Was bringt es mir, zwei bis drei Mal im Jahr die Messe zu besuchen und ansonsten eine riesige, ungenutzte Freifläche in guter Lage zu haben, die aber keineswegs schön aussieht?“, sieht er Entwicklungspotenzial im Messegelände. Sinnvoller sei in diesem Mischgebiet ein Bürogebäude mit Grünstreifen und angrenzendem „Haus der Vereine“, oder aber eine Nutzung für bezahlbaren Wohnraum. Auch der Bau einer Mehrzweckhalle zur Ablösung der Heinrich Heldmann-Halle wäre hier in ferner Zukunft ein Gedanke. „Dort oder im Haus der Vereine könnten viel mehr Veranstaltungen durchgeführt werden, was die Attraktivität unserer Stadt für die Bürger mehr steigert, als eine Messe. Vor allem könnte man auch bewährte Formate der Messe, wie die Ausbildungsbörse und die Vorstellung von Region und Vereinen dorthin verlegen und somit diesen Formaten weiterhin einen Zugang zur Öffentlichkeit bieten“, so Pochop.

Derzeit sei die Messe defizitär und müsse mit Steuergeldern gestützt werden. „Im Erfolgsplan der Stadt ist die Veranstaltung an sich noch mit einem Gewinn von rund 100.000 Euro geplant. Dabei werden aber nicht alle Personalkosten angesetzt“, sieht das Vorstandsmitglied der Freien Wächter eine Augenwischerei bei den Zahlen. Und weiter: „Die abschließende Bilanz ist so gehalten, dass man kein Ergebnis der Veranstaltung an sich erkennt. Hier wünsche ich mir mehr Transparenz.“ Er sieht die Gefahr eines falschen Prestigeprojektes: „Für den Normalbürger ist sie finanziell mehr Last als Gewinn. Den Politikern taugt sie jedoch noch einmal im Jahr als große Bühne.“

Mit diesen Ideen hofft Pochop auf eine Diskussion rund um die Zukunft der Messe. „Das Thema ist eine Art heilige Kuh und seit Jahren Tabu. Ich hoffe, dass mir die Menschen ihre ehrliche Meinung zur Messe mitteilen und ob sie einen Mehrwert darin sehen. Gerne lasse ich mich eines Besseren belehren“, sagt Pochop abschließend. Er lädt alle Interessierten zur Diskussion in der Facebook-Gruppe „Wächtersbacher Politikgebabbel“ oder per Mail an freie.waechter(at)gmail.com. Eine Kontaktaufnahme sei auch über die Website www.freiewaechter.de möglich.

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