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UnserBild zeigt bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung für die „Letzte-Hilfe“-Kurse (vorne) Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler mit Dr. Gerd Lautenschläger und Professor Holger Kaesemann (links) und hinten Irmhild Neidhardt, Leiterin der Abteilung Leben im Alter, mit Ercem Kumru (Palliativ Care Team Hanau).

„Letzte-Hilfe-Kurse“ unterstützen Angehörige, die Sterbenden Beistand leisten

am 22.11.2020

Simmler unterzeichnet Kooperationsvereinbarung mit Palliativ Care Team Hanau und Arbeitsgemeinschaft Hospizdienst im Caritas-Verband

Main-Kinzig (MKK/jkm). Wenn ein Leben zu Ende geht, ist das nicht nur für die Betroffenen eine aufwühlende und belastende Zeit, sondern auch für die Angehörigen. Wie kann man einem Sterbenden dabei helfen, diese letzte Phase im Leben eines Menschen so angenehm und erträglich wie möglich zu gestalten? „Genau das ist der Grundgedanke, warum wir sogenannte Letzte-Hilfe-Kurse anbieten möchten. Ähnlich wie bei den Erste-Hilfe-Kursen steht auch bei den Letzte-Hilfe-Kursen der Mensch im Mittelpunkt. Die Kurse richten sich in erste Linie an alle, die lernen möchten, welche wertvollen Hilfestellungen sie den Menschen geben können, die ihnen nahestehen“, erläutert Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler. Der Main-Kinzig-Kreis wird das Projekt mit 30.000 Euro im Jahr unterstützen, um die Kosten für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer möglichst gering zu halten.

Gemeinsam mit den Kooperationspartnern, der Arbeitsgemeinschaft Hospizdienst im Caritas-Verband für den Main-Kinzig-Kreis und des Palliative Care Teams Hanau, hat die Abteilung Leben im Alter aus dem Amt für soziale Förderung und Teilhabe beim Main-Kinzig-Kreis die Rahmenbedingungen für die Kooperation erarbeitet. Diese wurde nun von Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler, Dr. Gerd Lautenschläger (Geschäftsführer Palliativ Care Team Hanau) und Professor Holger Kaesemann (Vorstand Arbeitsgemeinschaft Hospizdienst im Caritas-Verband Main-Kinzig) unterzeichnet.

„Die Letzte-Hilfe-Kurse werden unsere bereits bestehenden Palliativ-Angebote sinnvoll ergänzen. Sie werden in allen 29 Kommunen des Main-Kinzig-Kreises angeboten und sind auf diese Weise wohnortnah erreichbar“, verdeutlicht Holger Kaesemann. „Die Kurse sind bewusst so aufgebaut, dass sie auch ohne Vorkenntnisse besucht werden können. Es geht insbesondere auch darum, Ängste und Vorbehalte abzubauen und konkret zu zeigen, wie Sterbenden mit einfachen Handgriffen geholfen werden kann“, erläutert Gerd Lautenschläger.

„Die Themen Tod und Sterben sind in unserer Gesellschaft immer noch mit einem Tabu behaftet. Dabei gehören sie untrennbar zum Leben dazu. Tritt der Fall ein, dass ein Angehöriger oder ein nahestehender Mensch stirbt, fühlen sich viele Menschen von der Situation überfordert. Dieser Hilflosigkeit wollen wir begegnen und dazu ermutigen, auch in der letzten Lebensphase eines Menschen da zu bleiben und da zu sein. Diese zutiefst mitmenschliche Haltung gehört zu den größten Geschenken, die sich Menschen machen können“, so Simmler. Gerade wenn Familien unvorbereitet mit dem nahenden Tod eines Angehörigen konfrontiert seien, könne es schnell passieren, dass ein sterbender Mensch ins Krankenhaus gebracht werde, weil die Angehörigen von der Situation schlichtweg überfordert seien und nichts falsch machten möchten. „Im Nachhinein betrachtet kommt dann aber oft der Gedanke auf, dass es vielleicht doch eine gute Alternative gewesen wäre, diesen Abschied zu Hause, in vertrauter Umgebung zu ermöglichen. Hier sollen die Letzten Hilfen wertvolles Wissen vermitteln, um eine solche Situation besser einschätzen zu können“, erläutert Susanne Simmler.

Die Kurse informieren nicht nur darüber, welche körperlichen Hilfestellungen in dieser Phase des Lebens Erleichterung bringen, sondern auch über rechtliche Regelungen wie die Patientenverfügung und Vorsorgevollmachten. „Anders als in den Erste-Hilfe-Kursen geht es hier nicht um das Retten von Leben, sondern um das würdige Abschiednehmen vom Leben. Dabei möchte dieses neue Angebot unterstützen und Orientierung in emotional schwierigen Zeiten geben“, führt Simmler weiter aus. Eine hinwendende Haltung und bürgerschaftliches Engagement seien für Erste und Letzte Hilfe das gemeinsame Fundament und eine wichtige Handlungsanleitung.

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