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"Es bringt nichts, noch länger so zu tun, als hätte die aktuelle Pandemie keine Auswirkungen auf die Schulen"

am 20.11.2020

Arbeitsgemeinschaft für Bildung der SPD Main-Kinzig (AfB) fordert Aussetzen der zentralen Abschlussprüfungen in diesem Schuljahr

Main-.Kinzig (SPD/jf). Christoph Degen, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und Vorsitzender der SPD im Kreis, und Julia Czech, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Bildung der SPD Main-Kinzig (AfB), fordern die Landesregierung gemeinsam auf, die landesweit einheitlichen schriftlichen Abschlussprüfungen für den Hauptschul- und Realschulabschluss und das Abitur im kommenden Frühjahr auszusetzen. Zumindest für die Hochschulreife könnten schulbezogene Aufgaben an die Stelle des Zentralabiturs treten, wie das noch vor einigen Jahren üblich in Hessen war.

Gleichzeitig begrüßen die beiden Bildungspolitiker, dass der Main-Kinzig-Kreis bereits seiner Verantwortung nachkommt und mit der Entscheidung, die Stufe drei des schulischen Stufenplans auszulösen, zu einer deutlichen Entspannung in den Klassenräumen und Schulbussen gesorgt habe. Dies sei ein wichtiger Beitrag, um Schulschließungen zu vermeiden und den strukturierten Austausch zwischen Schule und Schülerinnen und Schulen am Laufen zu halten.

Beide erklären in ihrer Stellungnahme:
"Jetzt ist das Land am Zug, die nächsten Schritte zu gehen. Es bringt nichts, noch länger so zu tun, als hätte die aktuelle Pandemie keine Auswirkungen auf die Schulen und den Lernfortschritt, wenn auch nicht überall in gleichem Maße. Aufgrund von erhöhtem Unterrichtsausfall durch pandemiebedingte Quarantänemaßnahmen, Betretungsverboten für Gemeinschaftseinrichtungen und dadurch z.T. fehlenden Unterrichtsinhalten sind die Unterrichts- und Lernbedingungen von Schülerinnen und Schülern in Hessen zu unterschiedlich, um landesweit einheitliche zentrale Abschlussprüfungen schreiben zu lassen“.

"Mündliche Prüfungen, die den individuellen Lernstand sowie den Unterrichtsausfall berücksichtigen, könnten hingegen weiterhin zur Gesamtleistung des jeweiligen Schulabschlusses herangezogen werden. Der pandemiebedingte Unterrichtsausfall ist an den Schulen, in einzelnen Lerngruppen, sogar von Schülerin zu Schüler zu unterschiedlich, dass auch die Bewertung des schon bald anstehenden Mathematikwettbewerbes des Landes Hessen als Klassenarbeit auszusetzen ist. Lehrkräfte sollten die Ergebnisse des Wettbewerbes hingegen unbewertet nutzen, um die eigene Lerngruppe sowie den individuellen Lernstand der einzelnen Schülerinnen und Schüler analysieren und ggf. gezielte Fördermaßnahmen einleiten zu können."

Czech und Degen berichten von einem immensen Druck, der aktuell auf Lehrkräften und Schulleitungen laste. Ebenso zeigten sich Schülerinnen und Schüler äußerst besorgt um die eigene Schullaufbahn. Die Herausnahme der zentralen Abschlussprüfungen und landesweit einheitlichen Prüfungen aus der Gesamtbewertung der diesjährigen Schulabschlüsse könne den Fokus hingegen auf das Wiederholen und Nacharbeiten versäumter Inhalte lenken. Nicht das Hinarbeiten auf Abschlussprüfungen, eventuell verbunden mit Versagensängsten, sondern der Lernprozess allgemein rücke in den Mittelpunkt.
"Wir müssen darauf achten, dass Chancengleichheit in Bildung durch die Pandemie nicht noch weiter ins Wanken gerät. Schülerinnen und Schüler müssen Schule als Ort des angstfreien Lernens und Miteinanders begreifen, der nicht verkürzt wird auf das Durchhecheln durch Prüfungsinhalte", erklären Christoph Degen und Julia Czech abschließend.

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