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Vorhang auf für interessante Kultur-Projekte: Der Main-Kinzig-Kreis fördert originelle Vorhaben in Maintal, Hanau und Steinau über den neuen Kulturfonds. Foto: 123rf (Bildrechte beim Main-Kinzig-Kreis)

Wertvolle Ideen und Initiativen, die nachhaltig sind und Jung und Alt Spaß machen

am 18.09.2020

Projekte in Maintal, Hanau und Steinau werden über den neuen Kulturfonds des Main-Kinzig-Kreises gefördert

Steinau / Main-Kinzig (MKK/jkm). Die Antragsfrist für eine Förderung mit Mitteln aus dem neu geschaffenen Kulturfonds des Main-Kinzig-Kreises ist abgelaufen, in einer ersten Runde werden vier Projekte finanzielle Unterstützung erhalten. „Die Förderung wird für interessante und nachhaltig angelegte Projekte in Maintal, Steinau und Hanau gewährt. Das hat der Kreisausschuss des Main-Kinzig-Kreises in Abstimmung mit dem Kreistagsausschuss für Bildung, Kultur, Sport und Partnerschaften beschlossen und sich die Entscheidung nicht leicht gemacht“, erklärt Landrat Thorsten Stolz. Der Main-Kinzig-Kreis unterstütze dabei ganz unterschiedliche kulturelle Ansätze. „Die ausgewählten Projekte verfügen über eine gewisse Strahlkraft für die Region, das ist ein wichtiges Kriterium bei der Vergabe der Förderung. Sie soll dazu beitragen, kulturelle Angebote und Initiativen vor Ort zu verankern und weiterzuentwickeln“, macht der Landrat deutlich.

Die Volksbühne Maintal erhält für das Projekt: „Kinder und Jugendliche ins Theater!“ 19.500 Euro. Geplant sind jeweils drei Theatertage für Kita-Vorschulkinder und Schulklassen aus Maintal und der Umgebung. Die Förderung über den Kulturfonds des Main-Kinzig-Kreises ermöglicht es jährlich rund 800 Kindern und Jugendlichen, zum Sonderpreis von fünf Euro eine pädagogisch und inhaltlich hochwertige Theateraufführung in Maintal zu besuchen. Diese Aufführungen werden im Klassen- und Gruppenverband vor- und nachbereitet und können somit effektiv zur kulturellen Bildung der jungen Besucher und Besucherinnen beitragen. „Kinder aus Familien mit geringem Einkommen sollen die Vorstellungen kostenlos besuchen dürfen. Die Höhe des Familieneinkommens soll nicht darüber entscheiden, ob ein Kind die Möglichkeit hat, an kulturellen Angeboten teilhaben zu können“, erklärt Landrat Stolz. Auch die Betreuer dürfen kostenfrei ins Theater. Projektverantwortlich ist der Verein „Volksbühne Maintal“.

Die Fördersumme von 29.900 Euro geht an das Theatrium in Steinau für das Projekt „Märchenlab – ein Experiment“. „Es handelt sich hier um ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Theatrium und dem Museum Brüder-Grimm-Haus in Steinau. Die Remise des Brüder-Grimm-Hauses soll zu einem Märchenlabor umgebaut werden“, erläutert Thorsten Stolz. Ziel ist es, einen Raum zu entwickeln und ihn so zu gestalten, dass alle Generationen angesprochen werden und sie einen Ort der Begegnung mit mehreren Sujets zum Thema Märchen erhalten. „Es soll eine gelungene Verbindung zwischen museumspädagogischer Arbeit und theatraler Umsetzung sein. Ziel ist es, dass neben dem künstlerischen und musealen Angebot auch die Lese- und Sprachkompetenz gefördert wird“, führt der Landrat aus. Außer einem genussvollen Erleben wird ein pädagogisches und künstlerisches Angebot geschaffen. Dieses soll sich einfügen in ein modernes Bildungskonzept im vor- und grundschulpädagogischen Bereich, aber auch im gymnasialen Umfeld.

Der Verein Museumseisenbahn Hanau wird bei der Sanierung seiner Museumsräume mit 44.000 Euro unterstützt. „Die schlechte Bausubstanz der Räumlichkeiten erfordert ein schnelles Eingreifen“, begründet der Landrat die Förderzusage. Zum denkmalgeschützten Ensemble des Historischen Bahnbetriebswerkes Hanau gehört auch der Rechtecklokschuppen mit seinen Anbauten. Im zweigeschossigen Anbau des Rechtecklokschuppens sind im Erdgeschoss die zur Instandhaltung des Geländes und der Gebäude, des Museumszuges sowie der Dampflokomotiven notwendigen Werkstätten und im Obergeschoss die Ausstellungs-, Versammlungs- und Sozialräume des Vereins untergebracht. „Das Dach über diesem Gebäudetrakt ist undicht geworden, dies lässt sich nicht mehr ohne weiteres beheben. Da der Raum darunter eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der musealen Ausstellung spielt und für Vorträge und kleinere Veranstaltungen genutzt wird, ist schnelles Handeln erforderlich“, erklärt Landrat Thorsten Stolz. Im Zuge der Sanierung soll auch das Dach gedämmt werden, damit die Räumlichkeiten geheizt werden können, was derzeit nur sehr eingeschränkt möglich ist. 

Die Summe von 112.494 Euro ist für ein besonderes Projekt in Steinau vorgesehen: Die Umsetzung eines virtuellen Rundgangs („Virtual Reality“) mit den Brüdern Grimm. „Die Stadt Steinau möchte ihren Gästen eine Zeitreise in die Kindheitstage der Brüder Grimm anbieten. Mit Hilfe von sogenannten Virtual-Reality-Brillen ist es möglich, dass die Brüder Grimm persönlich mit den Gästen  in einen Dialog treten und ihnen die Stadt präsentieren. Die Besucher nehmen also physisch an einer Stadtführung teil und tauchen dabei virtuell in das späte 18. Jahrhundert ein. Das ist eine spannende Sache“, erklärt der Landrat. Das heute noch erkennbare historische Stadtbild wird dabei von digitalen Elementen überlagert. Dadurch erfahren die Nutzerinnen und Nutzer auf lehrreiche, unterhaltsame und verblüffende Art und Weise viel Wissenswertes rund um das Leben der Familie Grimm in Steinau.

Der Kreistag hatte die Einrichtung eines Kulturfonds im Oktober 2019 mit einem Volumen von 1,8 Millionen Euro beschlossen. Die Förderung erstreckt sich auf drei Bereiche: So sollen Maßnahmen und Projekte gefördert werden, die dazu beitragen, kulturelle Infrastruktur in den Städten und Gemeinden des Main-Kinzig-Kreises zu schaffen, zu erhalten und zu erweitern (Förderbereich A). Es sollen aber auch Gelder bereitgestellt werden, um Schulen dabei zu unterstützen, kulturbezogene Anschaffungen tätigen zu können (Förderbereich B). In einem dritten Teil – Förderbereich C – geht es um die Unterstützung kultureller Projekte mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche verstärkt daran teilhaben zu lassen. „Die gezielte Förderung von kulturell wertvollen Projekten ist ein wichtiges Anliegen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass zahlreiche Kulturinitiativen ihre Projekte und Ideen ohne Unterstützung nicht realisieren können“, erklärt Landrat Thorsten Stolz.

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