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Von links: Heinz Breitenbach, Herbert Bien u. Carsten Kauck

Wohnt ein Schüler zu nahe an seiner Schule, muss er das Schülerticket selbst zahlen - 365,- Euro im Jahr

am 09.09.2020

Das ist in den Augen der Freien Wähler Main-Kinzig mehr als ungerecht

Main-Kinzig (FW/hb). Kostenlos zur Schule und zurück. Für viele Schüler im Main-Kinzig-Kreis ist dies dank des kostenlosen Schülertickets (Hessenticket) tägliche Wirklichkeit. Doch wohnt ein Schüler zu nahe an seiner Schule, muss er zu Fuß gehen, das Rad nehmen oder das Schülerticket selbst zahlen - 365,- Euro im Jahr. Dies ist in den Augen der Freien Wähler Main-Kinzig mehr als ungerecht, so die beiden Fraktionsvorsitzenden Heinz Breitenbach und Carsten Kauck.

Nach dem Hessischen Schulgesetz haben Schülerinnen und Schüler keinen Anspruch auf das kostenlose Schülerticket, wenn die Entfernung zwischen Wohnung und Schule beim Besuch der Grundschule bis zwei km, beim Besuch einer weiterführenden Schule bis drei km beträgt. "Es ist nach unserer Ansicht völlig unverständlich, dass ein kostenloses Schülerticket an der Entfernung zur Schule festgemacht wird und nicht generell allen Schülerinnen und Schülern zur Verfügung gestellt wird. Ein wichtiger Grund allen Schülerinnen und Schülern, das sogenannte Hessenticket kostenfrei zur Verfügung zu stellen ist, das soziale Lernen bei dem die Schulen auch Gruppenarbeiten erwarten, die außerhalb der Schule stattfinden und somit Kinder ohne Hessenticket für ihre Fahrten zu den Mitschülern Geld bezahlen müssen. Auch bei Schulausflügen müssen die einen bezahlen und die anderen nutzen ihr Hessenticket. Wir fordern daher, die derzeit geltenden Bestimmungen dahingehend zu ändern, dass allen Schülerinnen und Schülern unabhängig von der Kilometerregel das kostenlose Hessenticket zur Verfügung gestellt wird", so Kauck.

Seine Fraktion hat daher zur nächsten Kreistagssitzung am 25. September einen Resolutionsantrag gestellt, in dem die Landesregierung und der Landtag aufgefordert werden, per Gesetz ein kostenloses Hessenticket für alle Schüler einzuführen.

Die Gleichbehandlung von Schülerinnen und Schülern ist mit der aktuellen Regelung nicht gegeben. Ungeachtet der nicht hinnehmbaren Kilometerregelung besteht ein Anspruch auf das kostenlose Ticket bisher nur für Schülerinnen und Schüler, wenn sie eine allgemeinbildende Schule bis zur Jahrgangsstufe zehn, die Grundstufe einer Berufsschule oder das erste Jahr der besonderen Bildungsgänge an der Berufsschule oder Fachschule besuchen. Für Schülerinnen und Schüler die nach der zehnten Klasse weiterhin zur Schule gehen, sei es Gymnasium oder berufliche Schulen, entfällt dieser Anspruch. "Hier müssen die Schüler bzw. ihre Eltern 365,- Euro pro Jahr für das Hessenticket aus eigener Tasche zahlen. Kindern aus Familien mit kleineren Einkommen wird der Weg zur höheren Berufsfachschule, sowie zum Abitur erschwert, da womöglich die Jugendlichen die Schule aus finanziellen Gründen nicht erreichen können", stellt Breitenbach fest.

"Bildung muss kostenfrei und für alle zugänglich sein. Dies fängt schon bei der Schülerbeförderung zur Schule an. Deshalb fordern wir ein kostenloses Hessenticket für alle Schülerinnen und Schüler auch in Gymnasien, sowie in Fach- und Fachoberschulen in beruflichen Schulen. Dies führe nicht nur zu mehr Gerechtigkeit und damit einher zu weniger Politikverdrossenheit unter den Schülerinnen und Schülern, sondern fördere auch ganz nebenbei den Umweltschutz. Wenn Schülerinnen und Schüler in Gymnasien und beruflichen Schulen das 18. Lebensjahr vollendet haben, nutzen diese in der Mehrzahl oftmals ein Kfz um die Schule zu erreichen. Gerade in der Zeit des Klimawandels würde ein kostenloses Hessenticket manche dazu bewegen anstatt eines kostenintensiven Autos, das kostenlose Hessenticket und somit den ÖPNV zu nutzen."

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