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Bild: Birgit Sinsel

60 aktive Naturparkführer laden zu insgesamt mehr als 100 Veranstaltungen ein

am 04.02.2020

Umfrageergebnis: 33 Prozent meinen, dass die Natur der technischen Entwicklung "nicht im Weg stehen darf"

Jossgrund / Wächtersbach-Aufenau / Main-Kinzig (bs). Am Anfang eines jeden Jahres erhalten die ehrenamtlichen Naturparkführer vom Vorstand des Zweckverbands Naturpark Hessischer Spessart ihre neuen Plaketten.

Anhand dieser Plaketten werden sie von den Gästen als fachkundige Ansprechpartner und Botschafter des Spessarts wahrgenommen. Alleine im hessischen Spessart bieten rund 60 aktive Naturparkführer in diesem Jahr insgesamt mehr als 100 Veranstaltungen mit einem breiten Themenspektrum an. Seit vielen Jahren geht dieses Engagement weit darüber hinaus, zum Beispiel in der Umweltbildung, bei der Digitalisierung und Feinplanung von Wanderwegen, bei Diensten im Schaufenster Spessart, bei der Betreuung des Infomobils und Ständen auf Märkten und Festen und bei der Mitarbeit in diversen Gremien.

Ferner diente das diesjährige Treffen im Landgasthof zur Quelle in Wächtersbach-Aufenau erneut dem gemeinsamen Austausch. „Zwar hat jeder Naturparkführer seinen Bereich, für den er brennt, aber es ist auch wichtig, die Gemeinschaft zu pflegen. Dieser Wert ist nicht zu unterschätzen“, betonte Flörsbachtals Bürgermeister Frank Soer, der den Anwesenden in Vertretung von Susanne Simmler, der Ersten Kreisbeigeordneten und Naturparkvorsitzenden die Plaketten für das Jahr 2020 überreichte.

Die Naturparkführer nahmen nicht nur ihre Plaketten mit nach Hause, sondern auch eine Reihe von Impulsen, Anregungen und Zahlen. Naturpark-Geschäftsführer Fritz Dänner stellte die derzeit laufenden Projekte vor. Eines davon ist der „Naturparkplan“. Er soll eine strategische Zielvorstellung festlegen, um mit Beteiligung regionaler Akteure und Projektpartnern einen gemeinsamen Handlungsrahmen für die nächsten Jahre zu erarbeiten. Als Grundlage dient die Auswertung des Workshops, der im Rahmen der Plakettenübergabe in 2019 stattgefunden hatte. Allgemein dienen Naturparkpläne als Instrument, das Naturschutzgesetz in den Naturparken umzusetzen und Entwicklungschancen für die Region aufzuzeigen.

Für das Projekt „Engagement Natur“ wurde unter Federführung des Naturparks eine Fragebogenaktion gestartet mit dem Ziel, freiwillig Engagierte sowie Vereine und Institutionen auf dem Themengebiet Natur in ihrer Arbeit zu unterstützen. „Die Rückmeldung ist breit gefächert“, sagte Dänner. „Es gibt viele Kontakte zu Gruppen, die kreisweit irgendetwas mit Natur zu tun haben“. Professionelle Hilfe erfährt der Naturpark dabei durch Claudia Koch vom Planungsbüro pro regio in Frankfurt, die die Machbarkeitsstudie bearbeitet. „Die Zahl der Vereine steigt immer noch“, berichtete die Expertin und gewährte einen interessanten Einblick in die Engagement-Landschaft im Fokus Natur. In 2016 habe es erstmals 600.000 Vereine in Deutschland gegeben. Gleichzeitig steige auch die Zahl der Mitglieder. Ein Drittel der Bevölkerung engagiere sich laut Umfrageergebnissen in ehrenamtlichen Strukturen. Allerdings beklagten über 60 Prozent der Vereine, dass es schwierig sei, jemanden für ein dauerhaftes Engagement zu gewinnen. In den Organisationen fehlten häufig fachkundige Ansprechpartner, um den ehrenamtlich Tätigen die notwendige Anerkennung und Wertschätzung entgegenzubringen. Im Vergleich mit großen Organisationen fehlten den kleinen oft Akzeptanz, Gleichberechtigung und Finanzen. Die Fragen nach dem Naturbewusstsein ergaben, dass 90 Prozent der Befragten den Naturschutz als menschliche Pflicht und als wichtige politische Aufgabe sehen. 33 Prozent der Befragten finden allerdings, dass die Natur der technischen Entwicklung "nicht im Weg stehen darf". Ferner wurde nach der Motivation für freiwilliges Engagement gefragt, sowie nach der Bereitschaft für ein Engagement in Sachen Natur und ob Veränderungen in den Wohnsiedlungen, Gewerbegebieten, auf Verkehrswegen oder großflächige Renaturierungsmaßnahmen wahrgenommen wurden. „Es war eine ausgesprochen informative Veranstaltung“, so lautet das Resümee zahlreicher Teilnehmer.

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