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Von rechts: Landrat Thorsten Stolz eröffnete die Ausstellung im Bürgerportal gemeinsam mit Historiker Erhard Bus, Christine Raedler (Leiterin Zentrum für Regionalgeschichte) und Kreisarchäologe Claus Bergmann.

"Eine Zeit unglaublicher Zerstörung und Verwüstung"

am 15.11.2019

Spannende Ausstellung zum Dreißigjährigen Krieg im Main-Kinzig-Forum bis 29. Dezember zu sehen

Gelnhausen / Main-Kinzig. Der Dreißigjährige Krieg wütete auch im heutigen Main-Kinzig-Kreis mit enormer Zerstörung. Eine Ausstellung im Bürgerportal des Main-Kinzig-Forums versucht die Dramatik dieser Zeit zwischen 1618 und 1648 für die Region abzubilden. Landrat Thorsten Stolz hat diese einzigartige Präsentation in diesen Tagen mit zahlreichen interessierten Gästen offiziell eröffnet. Für die Begleitung mit barocker Musik sorgte das Bonifatius-Ensemble Lißberg.

Das Zentrum für Regionalgeschichte des Main-Kinzig-Kreises mit der Leiterin Christine Raedler hat das Thema aufgegriffen und die inhaltliche Konzeption entwickelt. Maßgeblich mitgewirkt haben dabei der Kreisarchäologe Claus Bergmann sowie der Historiker Erhard Bus aus Windecken, der die Texte zur allgemein darstellenden Kriegsgeschichte recherchiert und formuliert hat. Weitere Beteiligte und Förderer sind der Hanauer Geschichtsverein 1844 e.V., die Sparkasse Hanau, die Barbarossastadt Gelnhausen und ihre Kulturstiftung, Simone Grünewaldt, Dr. Elisabeth Heil, Hans Kreutzer, Professor Jürgen Müller, Hermann Tilp, Peter Nickel, Heiner Gunia, Ulrich Gascher, Rolf-Peter Hang-Stockenschneider und Anette Vinnen.

Zeitgenössische Quellen liefern einen Eindruck von der unglaublichen Zerstörung und Verwüstung, wie Landrat Thorsten Stolz erklärte. Ein berühmter Zeitzeuge war Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, Autor der Abenteuer des „Simplicissimus Teutsch“ und der „Erzbetrügerin und Landzerstörtzerin Courasche“. Der herausragende Gelnhäuser Schriftsteller hat in diesen Werken von 1670 die damaligen Ereignisse schonungslos beschrieben.

Wie die Ausstellung zeigt, war die damalige Grafschaft Hanau-Münzenberg ein Schnittpunkt zwischen Nord und Süd und als fruchtbare Region ein bevorzugtes Durchmarsch-, Plünderungs- und Einquartierungsgebiet. Die damit verbundenen Folgen sowie konkrete Auswirkungen des Krieges werden an lokalen Beispielen wie z.B. den Orten Eichen, Bruchköbel, Gelnhausen und Herolz dargestellt. Außerdem geht es um die strategische Bedeutung der damaligen Festung Hanau.

Einen authentischen Blick ermöglichen zudem die vier historischen Episoden, die Rainer Stephan in seinen kleinen Dioramen nacherzählt. Passende Kostüme der Figuren „Simpel und Courasche“ hat Simone Grünewald aus dem Fundus der Gelnhäuser Erlebnisführungen beigesteuert. Fundgut aus heimischen archäologischen Kontexten wie Kriegsschutt erzählt von Zerstörung ebenso wie lokale Schriftquellen wie Kellereiabrechnungen oder Angaben in Kirchenbüchern.

Ergänzend wird aus der Sammlung des in Schlüchtern am Gymnasium lehrenden und bis zu seinem Tode im Jahre 1980 im Rhöndorf Uttrichshausen lebenden Maler Fritz Ramge ein Teil seiner graphischen Arbeiten gezeigt. Ramge verarbeitete in seinen Zyklen zu Grimmelshausens „Simplicissimus“ und zu Bertolt Brechts „Mutter Courage und ihre Kinder“ eigene Erlebnisse, die er im Zweiten Weltkrieg erlitten hat.

Angesichts dieser Vielfalt der Leihgaben, Quellen und Darstellungen dankte Landrat Thorsten Stolz allen Beteiligten für die engagierte Mitwirkung. „Der Rundgang durch diese besondere Ausstellung kann wärmstens empfohlen werden“, bekräftigte er. Die inhaltliche Aufbereitung ist gut verständlich und auf ein sinnvolles Maß reduziert. Auch die grafische Umsetzung durch Volker Stelzner (Hanau) bezeichnet er als sehr gelungen.

Die Leiterin des Zentrums für Regionalgeschichte, Christine Raedler, kündigte an, dass Teile der Präsentation bei Bedarf auch an anderer Stelle gezeigt werden könnten. Doch zunächst ist der Dreißigjährige Krieg mit seinen Auswirkungen in der Region bis zum 29. Dezember im Bürgerportal im Landratsamt, Barbarossastraße 24, zu sehen.

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