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"Waldzerstörung für Windkraft im Spessart hat begonnen"

am 12.07.2019

Bau der Kabelwege in vollem Gange – Industrialisierung löst Spessartruhe ab

Main.Kinzig / Jossgrund / Bad Orb / Biebergemünd. 25 Bürger aus dem Spessart mussten diese Woche bei der Besichtigung der Bauarbeiten zur Verlegung der Stromkabel für die sechs Windkraftanlagen der „Windfarm Flörsbachtal-Roßkopf“ die ersten Maßnahmen zur Industrialisierung des Spessarts miterleben. Die Firma Juwi lässt derzeit die Kabel zwischen den von ihr geplanten Windkraftanlagen verlegen. Schwere Baugeräte verbringen die Kabel in ca. 1,20 m Tiefe am Rande von Wegen in den Waldboden. Geht es nach dem Willen einiger örtlicher Politiker, den Politikern in Wiesbaden sowie den wirtschaftlich interessierten Unternehmen drehen sich demnächst sechs Windräder mit einer Höhe von 200 Metern im Naturpark Spessart. "Dies ist aber nur der Beginn der Industrialisierung unserer Heimat", so die Sprecher von "Gegenwind Bad Orb e.V.", Heinz Josef Prehler, und der "Initiative für den Erhalt des Naturpark Spessart", Michaela Münch.

"Sechs von ursprünglich zwölf geplanten Windkraftanlagen im Hessischen Teil des Spessarts wurden vom Regierungspräsidium Darmstadt genehmigt. Die Kabelarbeiten sind der Anfang der Waldzerstörung. Die Firma Juwi wartet auf den Herbst, dann dürfen ab 1. Oktober Bäume gefällt werden. Offenbar beabsichtigt Juwi nur noch diesen Termin abzuwarten, um dann mit den Baumfällarbeiten zu beginnen. Die ersten rund sechs Hektar Spessartwald werden dem ‚Windwahn‘ geopfert. Auf zahlreichen weiteren Spessartflächen könnten demnächst Industrie-Windparks entstehen. Rund 3,2 Prozent des Hessischen Naturparks, das sind ca. 2300 Hektar auf 28 Windvorrangflächen sollen als Beitrag zur Klimawende dem Bau von Windkraftanlagen zur Verfügung stehen. Rund 230 Industriegiganten könnten den Spessart vom ruhigen Erholungsgebiet zur lauten Industrielandschaft und des Nacht vom ruhenden Spessart in eine Flughafen-ähnliche Blinklandschaft verwandeln. Ein großer Teil dieser Flächen zieht sich rund um die Ortschaften Flörsbachtal und Jossgrund. Deren Bürgermeister setzen sich seit Jahren für die jetzt genehmigten Anlagen ein.

Eine weitere Konzentration von Windvorrangflächen zieht sich an der hessisch-bayrischen Grenze entlang. Hier ist die groteske hessische Landespolitik deutlich erkennbar. Hessen glaubt seinen Spessartanteil dem Klimaschutz opfern zu müssen. Der Bayrische Spessart bleibt jedoch aufgrund seiner ‚außerordentlichen Schutzwürdigkeit‘ frei von Windkraftanlagen. Hessen respektiert nicht einmal diesen - dem Klima, der Natur und vor allem den Menschen dienenden - Ansatz des Nachbarlandes. Solche Schildbürgerstreiche sind dem normalen Bürger nicht mehr vermittelbar. Tragisch ist, dass mit dem Fällen eines jeden einzelnen Baumes dem hessischen Spessart seine Funktion als Kohlendioxid-Senke ein Stück beraubt wird. Er wird beraubt um seine biologische Artenvielfalt, um seine Fähigkeit Sauerstoff zu erzeugen und Staub aus der Luft zu filtern und er wird um seine Fähigkeit beraubt, Trinkwasser zu speichern.

Auch das Touristenziel „Naturpark Spessart“ leidet, ganz mittelbar das Naherholungsgebiet direkt an der Landesgrenze, welches seit Jahrzehnten durch Fördermittel sowie ehrenamtliches Engagement entstand und jährlich Tausende von Erholungssuchenden anzieht. Die Errichtung großer Windparks im Herzen des Spessarts ist von der hessischen Politik ein „Schlag ins bayerische Gesicht“. Sämtliche bayerische, stets ablehnende Stellungnahmen hinsichtlich des Windkraftausbaus im größten Mischlaubwald Deutschlands blieben weitestgehend unberücksichtigt. Zu einer bilateralen Abstimmung, wie aus Bayern gefordert, ist man in Hessen nicht bereit."

Die Rhön, mit ihrem großen Biosphärenreservat, entwickelt sich zu einem Sternenpark, in dem man natürliche Nachtlandschaften erleben kann. Wer reist dann noch in einen industrialisierten Spessart?
„Noch ist es nicht zu spät etwas zu tun, noch steht das erste Windrad nicht!“, so Münch und Prehler in ihrer gemeinsamen Pressemitteilung. In den nächsten drei Monaten werden alle Kräfte der BIs aus dem hessischen und bayerischen Spessart nochmals gebündelt. Einige Aktionen sind geplant, für die UnterstützerInnen gesucht werden.

„Wer den Spessart in seiner natürlichen Funktion als Klimaschützer Nr. 1 erhalten möchte, sollte nun mit uns aktiv werden. Es ist ganz knapp vor 12!“, sind sich beide einig. Kontakt E-Mail gegenwind-bad-orb(at)gmx.net / Heinz Josef Prehler, oder info(at)bayrische-schanz.de / Michaela Münch.

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