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Lebensretter in Aktion: Bis zum Eintreffen der Rettungsdienste können Passanten und Voraushelfer wertvolle Minuten überbrücken

18. bis 24. September: „Im Dreiklang zum Lebensretter“

am 17.09.2016

„Woche der Wiederbelebung“ beginnt: Rettungsdienste laden kreisweit zum Mitmachen ein

Main-Kinzig. Ein Mensch bricht im Supermarkt zusammen, ist nicht mehr ansprechbar, offenbar setzt das Herz aus. Was ist für die zu tun, die diese Person finden? „Es ist nachvollziehbar, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger in einer solchen Situation zunächst mal überfordert fühlen würden“, findet Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler. „Dabei geht Erste Hilfe sehr leicht und ist in den ersten Minuten besonders wichtig. Wer den Dreiklang Prüfen, Rufen, Drücken beherzigt, wird schnell zum Lebensretter.“ Sie warb in diesem Zusammenhang für die „Woche der Wiederbelebung“, die am Sonntag, 18. September, beginnt. In Schulen, Behörden, Seniorenheimen und weiteren öffentlichen Plätzen werden in den nächsten Tagen Rettungsdienste für Reanimationsmaßnahmen werben. Höhepunkt ist eine gemeinsame Aktion vor dem Forum Hanau am Samstag, 24. September.
Seit nunmehr vier Jahren findet im September diese Aktionswoche statt, mit der bundesweit auf die lebensrettende Bedeutung der Herzdruckmassage hingewiesen wird. Nach wie vor erleiden viele Menschen bleibende Schäden durch einen Kreislaufstillstand, weil die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes nicht durch diese einfache Maßnahme überbrückt wird. Das liegt daran, dass die Nervenzellen im Gehirn bereits nach dreiminütiger Unterbrechung der Energiezufuhr unwiederbringlich absterben.
Fortschritte registriert die Leitstelle Main-Kinzig sehr wohl. „Wir erkennen aus unserer Einsatzstatistik, dass die Zahl der Fälle, bei denen Voraushelfer, Familienmitglieder oder Passanten konkret eingreifen, in den letzten Jahren angestiegen ist. Wir führen das auch auf unsere Aktionen in der Öffentlichkeit zurück“, erklärt Dr. Wolfgang Lenz, ärztlicher Leiter des Rettungsdiensts im Gefahrenabwehrzentrum. Er wies darauf hin, dass über den gesamten Kreis verteilt an jedem der sieben Tage die Rettungsdienste wieder gezielt auf die Menschen zugehen, um bei ihnen Vorbehalte abzubauen und mit ihnen, ohne Hemmschwellen, Wiederbelebungsmaßnahmen einüben.
Das Team des Gefahrenabwehrzentrums sowie Vertreter der Rettungsdienste zeigten in einer Pressekonferenz anschaulich, wie eine Telefonreanimation vonstattengeht. Sie simulierten ein Gespräch zwischen einem Ersthelfer und der Leitstelle, die über die Nummer 112 kontaktiert wird. „Unsere Mitarbeiter bemühen sich, auch den Anrufer in die Herzdruckmassage einzubinden und zu unterstützen. In den zurückliegenden Monaten war dies bei uns im Kreisgebiet in 36 Prozent aller Fälle möglich, Tendenz zum Glück steigend“, informiert Simmler.
Die Initiative für diese bundesdeutsche Aktionswoche kommt von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und dem Bund Deutscher Anästhesisten, unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit. Die gesetzliche Vorgabe des Rettungsdienstes besteht in einer regelhaften Eintreffzeit von zehn Minuten. „Es ist so einfach, wertvolle Zeit zu überbrücken, die bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes oder der ehrenamtlichen Voraushelferinnen und Voraushelfer vergeht“, erklärt Erste Kreisbeigeordnete Simmler. An der Aktionswoche beteiligt sich der Main-Kinzig-Kreis gemeinsam mit den Leistungserbringern im Rettungsdienst.
„Wir halten die gesetzlichen Vorgaben der Hilfsfrist im Main-Kinzig-Kreis ein, trotzdem dürfen die Minuten nicht ungenutzt verstreichen“, so Simmler. Neben den Rettungsdiensten stehen kreisweit ehrenamtliche Voraushelfer bereit, die zusätzlich alarmiert werden können. Es handelt sich hierbei um Mitglieder von Hilfsorganisationen oder Angehörige der Freiwilligen Feuerwehren, die sich zu dieser zusätzlichen Hilfeleistung in der Umgebung ihres Aufenthaltsortes bereit erklärten. In fast zwei Dritteln (63%) der Stadt- beziehungsweise Ortsteile wohnt mindestens ein Voraushelfer, insgesamt sind es 533. Einschließlich August gab es in diesem Jahr schon 106 dokumentierte Voraushilfe-Einsätze, davon 80 Mal bei einem Kreislaufstillstand.
In Deutschland liegt die Ersthelferquote bei 35 Prozent. Dieser Anteil ist bereits deutlich angestiegen, nachdem die Quote 2014 noch bei 21 Prozent gelegen hatte. „Unser Landkreis befindet sich über dem Schnitt, auch dank der ‚Woche der Wiederbelebung‘“, merkte Simmler an. „Wir wollen aber noch mehr Menschen dazu bringen, im Notfall in der Lage zu sein, richtig zu handeln und bereits zeitgleich zum Notruf 112 mit der Herzdruckmassage zu beginnen.“
Über das gesamte Kreisgebiet verteilt finden in den nächsten Tagen zahlreiche Aktionstermine statt. Das Fachpersonal steht für Fragen und Hilfestellungen bereit. Den Höhepunkt der Woche bildet am Samstag, 24. September, die gemeinsame Werbeaktion aller Rettungsdienste auf dem Freiheitsplatz vor dem Forum Hanau. Von 10 bis 15 Uhr erhalten alle Interessierte die Möglichkeit, an einem Übungsphantom die Herzdruckmassage auszuprobieren. Hinzukommen noch Tanzaufführungen der Hanauer Tanzschule Berné – denn auch dort werden die Rettungsdienste an jedem Abend in der Woche ihren Infostand aufbauen und mit den Tanzpaaren üben.

Öffentliche Termine in der „Woche der Wiederbelebung“
In der „Woche der Wiederbelebung“ geht es um Mitmachen im besten Sinne: ums aktive Eingreifen, wenn ein anderer Mensch einen Kreislaufstillstand erleidet. Mitmachen lässt sich bei jedem der öffentlichen Angebote, die sich von Sonntag, 18. September, bis Samstag, 24. September, über den gesamten Main-Kinzig-Kreis erstrecken.
Sonntag, 18. September:  
Ø  Großkrotzenburg, Tag der offenen Tür, Bahnhofstraße, 13 bis 18 Uhr
Montag, 19. September:    
Ø  Hanau, Hohe Landesschule, Alter Rückinger Weg 53, 8.45 bis 9.45 Uhr
Dienstag, 20.September:  
Ø  Maintal, Erich-Kästner-Schule, Adalbert-Stifter-Straße, 9.15 bis 9.45: Ø  Hanau-Kesselstadt, Senioren-Wohnprojekt „Ilex“, Keplerstr. 1, 11 bis 11.30 Uhr
Mittwoch, 21. September: 
Ø  Hanau, Eugen-Kaiser-Schule, Lortzingstraße, 10.30 bis 11.30 Uhr
Donnerstag, 22. September:
Ø  Hanau, Sparkasse Hanau, Am Markt, 9 bis 17 Uhr
Ø  Steinau an der Straße, Markthalle, 17 bis 18 Uhr
Ø  Schlüchtern-Gundhelm, Dorfgemeinschaftshaus, 19 bis 20 Uhr
Freitag, 23. September:
Ø  Bad Soden-Salmünster, Spessart-Therme, Brunnenpassage, 17 bis 18 Uhr
Samstag, 24.September:
Ø  Hanau, Forum Hanau, 10 bis 15 Uhr
Alle Aktionstermine und weitere Informationen finden sich auch auf der bundesweiten Aktions-Website unter www.ein-leben-retten.de.

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