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Am Abfallwirtschaftszentrum Gelnhausen-Hailer wird am Samstag, 17. September, gefeiert

25 Jahre Eigenbetrieb Abfallwirtschaft – Tag der offenen Tür am Samstag, 17. September

am 12.09.2016

Grund zu feiern bei den Entsorgungs-Experten aus Hailer

Main-Kinzig. Der "Eigenbetrieb Abfallwirtschaft" darf in diesem Jahr ein Jubiläum feiern: Vor 25 Jahren, genau am 1. Juli 1991, wurde er gegründet. Ausgangspunkt waren damals gesetzliche Auflagen für den Bereich Abfallentsorgung, zudem sollte der Kreishaushalt von den zwingend notwendigen Investitionen in die Abdichtung, Sickerwasserreinigung und Entgasung der bestehenden Deponien entlastet werden. „Die Gründung war eher zweckmäßiger Natur. Aber die Aufgaben erfüllten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit großem Engagement. Ohne fachliche Spezialisierung einerseits und ohne den Willen zum größtmöglichen Umweltschutz andererseits wären die Deponie-Gelände heute nicht das, was sie sind“, erklärt Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler, Vorsitzende der Betriebskommission des Eigenbetriebs. Am Samstag, 17. September, wird das Jubiläum von 10 bis 17 Uhr mit einem Tag der offenen Tür gefeiert.

Zu den vorrangigsten Aufgaben in den Anfangsjahren zählte für den Eigenbetrieb, für die Mülldeponien in Schlüchtern und Gelnhausen neue Entsorgungsanlagen zu planen und parallel dazu möglichst zielgerichtet Abfälle zu trennen. Das Dreitonnensystem und die Abfallberatung gingen aus dieser Zeit hervor. „Später hat sich der Schwerpunkt verschoben in Richtung Abfallvermeidung und Abfallverwertung“, fasst Umweltdezernentin Simmler zusammen. In Zusammenarbeit mit der Firma Schad aus Eichenzell wurden ab 1991 im Kreisgebiet drei Kompostierungsanlagen errichtet, in denen der getrennt gesammelte Bioabfall und Grünschnitt zu hochwertigem Kompost verarbeitet wird. Als einer der ersten Landkreise in Hessen konnte der Main-Kinzig-Kreis dem Umweltministerium 1995 die flächendeckende Einführung der Biotonne berichten.

Der wichtigste Standort des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft in Gelnhausen-Hailer wurde nach und nach von einer Hausmülldeponie zu einem modernen Abfallwirtschaftszentrum ausgebaut. „Entsorgungssicherheit und Umweltschutz gibt es nicht zum Nulltarif. Die mehr als 80 Millionen Euro, die der Kreis aber in das Gelände investiert hat, waren gut angelegt“, so Simmler, die einige Beispiele aufzählt: „Wir haben es geschafft, dass das Sickerwasser mit einer aufwändigen Technik gereinigt und das Grundwasser dadurch geschützt wird. Austretendes Gas wird nun zur Stromgewinnung genutzt. Die Oberflächen sind abgedichtet und wieder grün bewachsen. Nicht zu vergessen die Sortieranlage für Sperrmüll und die Verarbeitungsanlage für Altpapier. Die Rohstoffe, die wir daraus gewinnen, machen wir im Eigenbetrieb wieder zu echtem Geld und lassen die Kommunen am Gewinn teilhaben".

„Der eigentliche Deponiebetrieb hat durch die Getrenntsammlung verwertbarer Abfälle im Laufe der Jahre immer mehr an Bedeutung verloren“, ergänzt Simone Feige, die Leiterin des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft. Am 31. Mai 2005 wurde die Deponierung von Hausmüll und ähnlichem Abfall gemäß den Vorgaben des Bundesgesetzgebers ganz eingestellt. Hausmüll wird in Gelnhausen-Hailer zwar weiterhin angenommen, aber lediglich umgeschlagen und ins Müllheizkraftwerk in Offenbach transportiert.

„Dafür haben wir 2006 einen weiteren Meilenstein setzen können, indem wir die Kleinmengensammlung von Sonderabfall reintegriert haben“, so Feige. „Neben dem Schadstoffmobil und einer stationären Sammelstelle in Schlüchtern bietet der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft in Zusammenarbeit mit der kreiseigenen AQA seit 2006 noch ein Sammelsystem für Elektrogeräte an. Elektrogroßgeräte aus privaten Haushalten werden kostenfrei abgeholt, kleine Elektrogeräte können auf den meisten kommunalen Wertstoffhöfen oder bei den vier Annahmestellen des Main-Kinzig-Kreises ebenfalls kostenlos abgegeben werden.“

Die letzten größeren Investitionen des Eigenbetriebs betrafen den Neubau der Sortieranlage für Sperrmüll, das neue Verwaltungsgebäude und den Ausbau der Zufahrtstraße zum Abfallwirtschaftszentrum. Die neue Sperrmüllsortieranlage ermöglicht es, aus dem angelieferten Gemisch Holz, Kunststoffe, Teppiche und Textilien, Mineralien und Metalle in erheblichen Mengen auszusortieren und so einerseits mehr in den Kreislauf der stofflichen Wiederverwertung einzuspeisen und andererseits Entsorgungskosten einzusparen. Die neue Zufahrtstraße ist in einem größeren Bogen geführt und weist durchgängig eine Breite von sieben Metern und zudem befestigte Randstreifen auf. So wird der Tatsache Rechnung getragen, dass die Umstellung von der Deponierung zu einer nachhaltigen Abfallwirtschaft dazu geführt hat, dass inzwischen größere LKW und Containerzüge das Abfallwirtschaftszentrum ansteuern, um dort vorsortierte Abfälle zur weiteren Behandlung oder Verwertung abzuholen. Denn fast alle Abfälle, die Müllautos oder andere Fahrzeuge anliefern, werden im Abfallwirtschaftszentrum sortiert, zu transportfähigen Mengen zusammengestellt und wieder verladen. Lediglich Erdaushub und Bauschuttanlieferungen in kleinen Mengen verbleiben noch im Abfallwirtschaftszentrum und werden für Deponiebaumaßnahmen genutzt.

„Die vor 25 Jahren getroffene Entscheidung des Kreistags, die Abfallwirtschaft als Eigenbetrieb weiterzuführen, hat sich in mehrfacher Weise bewährt. Gerade auch für die Nachsorge der Deponien und für Rückstellungen, ohne die die großen technischen Anlagen schwerlich zu finanzieren gewesen wären“, erläutert Simmler. So habe man gleichzeitig die Entsorgungsgebühren seit vielen Jahren auf konstanter Höhe halten können. Für einzelne Abfallarten war sogar eine Senkung der Entsorgungsgebühr möglich.  

Das Jubiläum begeht der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft am Samstag, 17. September, im Abfallwirtschaftszentrum Gelnhausen-Hailer mit einem Tag der offenen Tür, zu dem alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind. Eine Annahme von Müll oder Sonderabfall ist an diesem Tag nicht möglich. Dafür wartet von 10 bis 17 Uhr ein buntes Programm mit Musik und vielen Vorführungen auf die Besucher, die sich für die moderne Abfallwirtschaft und die Möglichkeiten, Abfälle sinnvoll zu recyceln, interessieren. Auch für die Unterhaltung von Kindern ist gesorgt, Hüpfburg, „Müllupcycling“, Basteln und Sortieren, Kinderschminken, ein kleiner „Mülligolf“-Parcours und weitere Attraktionen warten auf ihre Entdeckung. Das Abfallwirtschaftszentrum liegt oberhalb von Gelnhausen-Hailer und ist ab der Abfahrt Gelnhausen-West über die Landstraße 3202 in Richtung Freigericht zu erreichen.

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