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Franz Wolf (Stellvertretender ACE Kreisvorsitzender Main-Kinzig und Wetterau – KV MKK –Mitte ) und Anton Hofmann (Mitglied und Pressesprecher im KV MKK -rechts) sowie Uwe Völker (Regionalbeauftragter Club Hessen - rechts) zählten an der Ampelkreuzung: Hailerstraße/ Im Ziegelhaus/An der Burgmühle in Gelnhausen die „Gurtmuffel“ und kamen zu einem sehr ernüchternden Ergebnis. Foto: Hofmann

40 Jahre Gurtpflicht - ACE zählte Gurtmuffel in Gelnhausen

am 11.09.2016

Spitzenreiter im Main-Kinzig-Kreis – 15 Prozent der Fahrer nicht angeschnallt

Gelnhausen / Main-Kinzig (ah). Ein "Sicherheitsheld" feiert seinen 40. Geburtstag: Laut Schätzungen von Unfallforschern rettet der Anschnallgurt alle sieben Sekunden ein Menschenleben. Wie viele es genau sind, ist jedoch unklar. Entwickelt wurde der Dreipunktgurt in den 1950er Jahren vom schwedischen Ingenieur Nils Bohlin. Seit 1976 besteht die Anschnallpflicht auf den Pkw-Vordersitzen. Zeit zu bilanzieren, was sich in den letzten Jahren getan hat.

Bereits zum zwölften Mal fand eine bundesweite Aktion vom ACE Auto Club Europa statt. Dieses Jahr steht die Aktion unter dem Motto: "Komm Gurt an". Bei dem deutschlandweiten Zähleinsatz zur Überprüfung des Anschnallverhaltens von Autofahrern beteiligte sich der aktive ACE-Kreisvorstand Main-Kinzig und Wetterau. Uwe Völker, Regionalbeauftragter in Hessen führte gemeinsam mit den ehrenamtlichen Mitgliedern des Kreisvorstandes, Franz Wolf, Meerholz, (Stellvertretender ACE Kreisvorsitzender Main-Kinzig und Wetterau) und Anton Hofmann, Rodenbach, Pressesprecher die Zählaktion an der Büdinger Innenstadtkreisel durch. Bis Ende August dieses Jahres wird die Aktion in insgesamt 22 Städten in Hessen durchgeführt. Startort in Hessen war Frankenberg, anschließend folgte Korbach, Fulda und Fritzlar. Jetzt wurden auch in Gelnhausen binnen einer Mittagsstunde 642 Fahrzeuge bei den Ein- und Ausfahrten an der Ampelkreuzung: Hailerstraße/ Im Ziegelhaus/An der Burgmühle in Gelnhausen beobachtet. Insgesamt in drei Städten – Hanau, Büdingen und Gelnhausen – fanden die Zählungen der ehrenamtlichen ACE-Vertreter vom KV MKK und Wetterau statt.

Das Ergebnis ist ernüchternd: 15,1 Prozent der Fahrer und 17,7 Prozent der Beifahrer waren nicht angeschnallt, darunter unter anderem einige LKW-Fahrer und Sprinterfahrer von Handwerkerfirmen. Neun Personen telefonierten während der Fahrt ohne Freisprechanlage. "Ich bin überrascht - im negativen Sinne", sagt Uwe Völker (ACE-Regionalbeauftragter Club Hessen) aus Kassel nach der Auswertung der Zählaktion in Gelnhausen. "Die Einsicht fehlt. Im Jahr 2015 waren in Hessen 20 Prozent der getöteten Unfallopfer nicht angeschnallt. Die häufigsten Verletzungen sind Knie, Hüfte, Hand und Ellbogen", erklärt Franz Wolf. Ein erhöhtes Risiko sei zum Beispiel das lässige Sitzen hinterm Steuer, da man so im Falle eines Unfalls am Airbag vorbei stürzen könnte. Auch wenn der Gurt falsch angelegt wird, kann es zu schweren Verletzungen kommen - beispielsweise zur Beschädigung der Milz, die als besonders gefährdet gilt und anderen inneren Quetschungen. Der Gurt sollte unter dem Gürtel sitzen. Ein Grund, warum Kinder bis zu einer Größe von 1,50 Metern eine Sitzerhöhung benötigen.

Anton Hofmann rät als Pressesprecher und ACE-Kreisvorstandsmitglied: "Auch auf Kurzfahrtstrecken immer anschnallen. Mehr als die Hälfte der Vorschulkinder verunglücken im Auto der Eltern tödlich. Wir wollen an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer appellieren. Für die eigene Sicherheit bin ich selbst verantwortlich." Zwar haben Gurtmuffel, wenn sie erwischt werden, seit 1984 ein Verwarnungsgeld zu entrichten - mittlerweile sind es 30 Euro und bei Mitfahrt eines Kindes ohne Sicherung im Autos sogar 60,- Euro und ein zusätzlicher Punkt in Flensburg - dennoch halte das die Wenigsten davon ab, zu starten, ohne sich anzuschnallen. Warum die Einsicht fehlt, darüber lasse sich nur spekulieren. Fakt ist: Das Zusammenspiel von Gurt und Airbag muss stimmen, um ausreichend geschützt zu sein - daran hat sich auch in den letzten Jahren nichts geändert.

Dennoch gibt es im Vergleich auch Positives zu berichten. So hat sich die Zahl der Verkehrstoten trotz dreimal so vielen zugelassenen Fahrzeugen und etwa 20 Millionen mehr Einwohnern in Deutschland reduziert. 1971 gab es noch 21.332 Verkehrstote: Mehr als jemals zuvor! Ein guter Grund, um den Sicherheitsgurt einzuführen. Im Jahr 2015 starben rund 4.000 Menschen im Straßenverkehr - das sind immer noch 4.000 zu viele. „Wir appellieren an alle Autofahrer, ob Jung oder Alt, unbedingt bei der nächsten Fahrt den Gurt anlegen“, so der ACE-Sprecher Hofmann zusammenfassend.

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