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Demo bei "Orbärs" in Bad Orb: „Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Kohle klaut!“

am 08.10.2019

Seit zwei Monaten wartet die 27köpfige Belegschaft vergeblich auf ihren Lohn

Bad Orb. „Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Kohle klaut!“ Trotz Dauerregens verliehen am heutigen Dienstag zahlreiche Mitarbeiter des Burgerbraters „Orbärs“ ihrem Zorn lautstark Ausdruck. Vor dem Firmensitz der Firma, die vor wenigen Tagen noch über drei Filialen in Wächtersbach, Gelnhausen und Meerholz verfügte, hatten sich MitarbeiterInnen sowie Vertreter der Gewerkschaft NGG (Nahrung - Genuss - Gaststätten) eingefunden. Der Grund des Zorns: Seit zwei Monaten wartet die 27köpfige Belegschaft vergeblich auf ihren Lohn.

Was war passiert: Seit Anfang September hat „Orbärs“, nachdem die Belegschaft einen Betriebsrat gewählt hatte, den Betrieb eingestellt. Belegschaft und Betriebsrat sollten unter Druck gesetzt werden. Löhne wurden nicht bezahlt. Das Arbeitsgericht Fulda hat den Arbeitgeber verurteilt, den Betrieb in der 41. Kalenderwoche wieder aufzunehmen und appellierte, die Löhne für August und September zu zahlen.
Nun hat „Orbärs“ Insolvenz angemeldet. Krankenkassenbeiträge wurden bei einigen Beschäftigten nicht bezahlt. Das Trinkgeld, das unter den Beschäftigten verteilt werden sollte, ist zurzeit nicht auffindbar. Lieferanten und Techniker warten auf die Bezahlung ihrer Rechnungen. Dementsprechend ist nicht nur bei den Beschäftigten die Empörung groß.

„Die Vermutung bekommt immer mehr Narung, dass hier eine Insolvenz verschleppt worden sein kann“, so Peter-M. Cox von der NGG. Um den Unmut der auf ihren Lohn wartenden MitarbeiterInnen an die Öffentlichkeit zu bringen, folgte heute die Kundgebung vor dem Firmensitz in Bad Orb. Stefan Walter (NGG): „Wir fordern die Eigentümer von „Orbärs“ auf, notfalls aus ihrem Privatvermögen ihre Schulden zu bezahlen.“ Cox: „Auf jeden Fall haben wir für unsere Mitglieder Klage beim ARbeitsgericht Fulda eingereicht, um die Lohnansprüche zu sichern.“

Vor Ort zeigten sich viele MitarbeiterInnen stark enttäuscht. „Wir waren stolz auf das Produkt. Die Kreationen waren geil und für uns war es so, als ob es der eigene Betrieb ist“. Einige der Betroffenen trifft es richtig hart. Um laufende Kosten zu decken, veräußerten sie privates Hab und Gut, nahmen Kredite auf. Hilfe vom Arbeitsamt ist derzeit nicht zu erwarten, da sie offiziell noch immer bei „Orbärs“ beschäftigt sind.

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