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Florin Federspieler führte vom Regen unbeeindruckt in das Thema „Unser Bad Orber Wald“. Bild: Heinz Josef Prehler

Fichte leidet am meisten / Borkenkäfer-Schäden in unbekannter Höhe

am 30.09.2019

Waldspaziergang mit dem Bad Orber Förster

Bad Orb. Am Donnerstag, 26. September, fanden sich gegen Abend trotz Regens um die 30 Mitglieder und Freunde des Vereins „Gegenwind Bad Orb“ auf dem Parkplatz Friesenheiligen zu einem Waldspaziergang mit dem Bad Orber Förster Florin Federspieler ein. Thema waren Waldzustand, Waldnutzung, Flora und Fauna unseres Stadtwaldes. Anhand von Beispielen zeigte der Förster die Vielfalt, den Artenreichtum und die Regenerationsfähigkeit unserer Pflanzen- und Tierwelt auf.

Diese unterliegen einem dauernden Veränderungsprozess, abhängig von vielen verschiedenen Parametern. Aktuell im Fokus stehen besonders die hohen und lange andauernden Sommertemperaturen und der viel zu geringe Regen. Im Bad Orber Waldbestand leidet wie überall hauptsächlich die häufig vorkommende Fichte und der Borkenkäfer führt sein zerstörendes Werk in bisher nicht bekanntem Umfang aus. Jedoch leidet auch die Buche unter der Trockenheit, welche bisher als relativ resistent gegen vorübergehende Trockenheit betrachtet wurde.

Durch vielfältige, nicht unbedingt teure Maßnahmen im alltäglichen Arbeitsablauf im Wald kann die Artenvielfalt gefördert werden. Z. B. werden durch künstliche Tümpel Wassertiere und Insekten angezogen, welche wiederum Nahrungsquelle für Vögel sind. Lebende oder auch abgestorbene Bäume werden als Habitats-Bäume gekennzeichnet und nicht gefällt, wenn  Vogelnester, Spechthöhlen oder Risse im Stamm vorhanden sind, welche von Fledermäusen gerne aufgesucht werden. Der Besucher erkennt diese geschützten Bäume an einem großen H am Stamm. Der Förster ist zuversichtlich, dass die Nutzung des Waldes für die vielfältigen Freizeitaktivitäten, durch die Jäger, als Kohlendioxidspeicher, als Sauerstoffproduzent und Frischluftspender, als Wasserspeicher und Wirtschaftsfaktor auch langfristig funktionieren kann. Voraussetzung ist jedoch, dass die Beteiligten eine Ausbalancierung  der unterschiedlichen Interessen in fairer Art und Weise zulassen. Nach Aussagen von Teilnehmern finden wir uns den Bad Orber Stadtwald betreffend auf einem guten Weg. Ein dafür positives Zeichen ist die Teilnahme der Jägerschaft,  der Natur- und Vogelschutzgruppe Bad Orb und eines in Bad Orb bekannten Wanderführers an der Veranstaltung.

Den Abschluss bildete ein gemütliches Beisammensein in der Fleischmannhütte. Maritha Rämisch von der BI „Gegenwind Flörsbachtal e.V.“ informierte über den Stand der sechs genehmigten Windkraftanlagen Flörsbachtal-Roßkopf. "Juwi" plant, im Oktober mit den Rodungsarbeiten zu beginnen. Es steht ein Klageverfahren an, in dem die Bürgerinitiativen, vertreten durch die klageberechtigte BI „Windkraft im Spessart – In Einklang mit Mensch und Natur e.V.“, ein Gutachten vorlegten, welches in überzeugender Art das Vorhandensein von Schwarzstörchen und Rotmilanen im Plangebiet nachweisen.

Heinz Josef Prehler von Gegenwind Bad Orb wies darauf hin, dass die augenblickliche relative Ruhe um Windkraftanlagen auf der Orber Gemarkung möglicherweise nur die Ruhe vor dem großen Sturm darstellt. Klimahysterie und fehlgeleiteter Aktionismus unterstützen die Windkraftindustrie und ihre zahlreichen Anhänger, einschließlich Hessenforst. Nach dem in Kürze der zu erwartende Beschluss des Teilplanes Erneuerbare Energien in Kraft tritt, könnte die Windkraftindustrie auch den Bau von Windkraftanlagen auf Hessenforst-Eigentum, welches auf Bad Orber Gemarkung liegt, mit Macht vorantreiben. Er forderte die Teilnehmer auf, als Multiplikatoren in unserer Gesellschaft zu wirken und das Ziel, die Bad Orber Gemarkung und den gesamtem Hessischen Spessart von Windkraftanlagen freizuhalten, tatkräftig zu unterstützen.

Heinz Sandrock erläuterte, dass Kahlschläge, freie Windbruchflächen und  andere vom Menschen verursachte Freiflächen Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wasserspeicherfähigkeit, Kohlendioxidreduktion, Sauerstoffproduktion und damit   das innere Klima des Waldes und seiner Umgebung negativ beeinflussen. Hierzu gehören die für jede Windkraftanlage einzurichtenden geschotterten Kranstellflächen von mindestens 3.000 qm, die Flächen der Windradfundamente mit den dazu gehörigen Böschungen und schwerlastfähigen Zuwegungen. Insgesamt kommt man  auf eine für Jahrzehnte geschaffene Freifläche von mindestens 4.000 qm pro Windrad mit allen negativen Konsequenzen für das innere Klima des Waldes und seiner Umgebung.

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