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26. Juni 1814-Orb wird bayrisch

am 17.06.2014

Von Dr. Peter Schlichting, Mitglied des Bad Orber Geschichts- und Heimatvereins

Bad Orb. Der Heimat-und Geschichtsverein Bad Orb erinnert an den 26. Juni 1814, als vor 200 Jahren „das Fürstentum Aschaffenburg, wie es der letzter Souverän besessen hat, dem König von  Bayern zu übergeben“ ist. Mit diesem Überlieferungspatent und der im Pariser Vertrag vom 3.6.1814 getroffenen Vereinbarung zwischen dem Österreichischen Staatsminister Fürst Metternich und dem Bayrischen Feldmarschall Fürst Wrede wurde auch das Oberamt Orb, das zum Fürstentum Aschaffenburg gehörte, bayrisch.Das Fürstentum Aschaffenburg gehörte ebenso wie das Grossherzogtum Würzburg nach dem Sieg über  Napoleon kurzzeitig zum Kaisertum Österreich .
Da Bayern vor der Völkerschlacht bei Leipzig von 1813 das Bündnis mit Frankreich brach und auf die Seite der später siegreichen, von Preussen geführten Anti Napoleon Allianz wechselte, erhielt es nach dem Sieg über Napoleon vom Bündnispartner Österreich das Fürstentum Aschaffenburg und das habsburgische Grossherzogtum Würzburg. Im Tausch dafür gab Bayern an Österreich die Grafschaft Tirol  zurück, die Österreich 1805 im Frieden von Pressburg an Bayern als Verbünderter Napoleons abtreten musste  (Freiheitskampf Andreas Hofer).
Im Übergabepatent Ihrer k.k .Apostolischen Majestät von Österreich an Seine Majestät den König von Bayern wurden umfangreiche Regelungen getroffen, u.a. die Übernahme des Militärs und der Beamtenschaft nach der Entpflichtung durch die bayrische Krone, bzw .eine Klausel zu Gunsten derjenigen, die auf Grund der neuen staatsrechtlichen Verhältnisse auswandern wollten, und  in einem Zeitraum von sechs Jahren ihren Besitz veräußern konnten.
Am 26.Juni 1814 wurde der Hofstaat und die gesamte Staatsdienerschaft im Schloß Aschaffenburg versammelt. Die Vollmachten der Landesherrn und das Übergabeprotokoll wurden verlesen und von dem k.k. Österreichischem ÜbergabsCommissair Freiherr von Hügel und dem Bayrischen ÜbernahmsCommissair Fürst von Wrede unterzeichnet. Daraufhin huldigten die höchsten Beamten, Offiziere und Geistlichen dem neuen Landesherrn, dem bayrischen König und versichertem ihm ihre treueste Ergebenheit. (Weiterführende  Literatur: Hermann Ketterer „ Das Fürstentum Aschaffenburg und sein Übergang an die Krone Bayerns“, Festschrift zum Jahrhundert-Gedächtnis im Auftrag des Magistrats Aschaffenburg, 1914).
Die bayrische Zeit von Orb dauerte aber kaum mehr als 50 Jahre. Infolge der Niederlage Österreichs und des Bayrischen Verbündeten musste 1866 das Landgericht Orb, ebenso wie Tann und Gersfeld in der Rhön, an das Königreich Preussen abgetreten werden.
An die Bayrische Zeit erinnert der historische Grenzsteinwanderweg auf dem Höhenrücken zwischen Bad Orb und Salmünster ( Große Kuppe ) mit den Grenzsteinen „ KB“-Königreich Bayern , „KH“-Kurfürstentum Hessen-Kassel ,“FF“-Fürstbistum Fulda,“CM“ Kurmainz.
Der Geschichtsverein Bad Orb hat kürzlich eine Stadtführung „ Gebäude aus der Bayrischen Zeit“ mit dem Stadtführer und Mitglied des Heimat-und Geschichtsvereins Bad Orb, Edmund Acker veranstaltet.
Am 2. September findet eine Vortragsveranstaltung „ Vom Krummstab zur Königskrone“ von Dr. Hans-Bernd Spies, Leiter des Stadt- und Stiftsarchivs Aschaffenburg, im Haus des Gastes statt.

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