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Intensivtag „Streuobst erleben“ im Burgjosser "Schafhof" und in Bad Orb

am 25.07.2019

Die Teilnehmerinnen lerntern viel über die Geschichte des Streuobstbaus und über Pflegemaßnahmen

Jossgrund / Bad Orb / Main-Kinzig. Zum zweiten Mal veranstaltete der Landschaftspflegeverband Main-Kinzig einen Intensivtag unter dem Motto „Streuobst erleben“. Ob Erzieherin, Tagesmutter, Mitarbeiterin beim Landschaftspflegeverband oder Kräuterfrau, die mit Kindern und Jugendlichen arbeitet – die Teilnehmer kamen aus verschiedenen Bereichen und waren hochmotiviert, Methoden zu lernen, um künftig Naturerlebnis-Aktionen selbst durchzuführen.

Im theoretischen Teil im Schafhofgebäude in Jossgrund Burgjoß machte Umweltpädagogin Anika Hensel von Main Äppelhaus Lohrberg die Kursteilnehmer zunächst mit der Geschichte des Streuobstbaus vertraut. „Seinen Höhepunkt erreichte der Streuobstbau erst im 19. und 20. Jahrhundert“, berichtete die Expertin. Die technische Revolution in der Landbewirtschaftung und zunehmende Importe von Obst ab etwa 1950 bedeuteten das vorläufige Aus für den wirtschaftlich lohnenden Streuobstanbau. Heute verursachten Neubaugebiete und die Vernachlässigung durch die Eigentümer die größten Verluste. Neben der Obsternte haben Streuobstwiesen auch für andere Bereiche eine große Bedeutung, zum Beispiel als Erholungsraum sowie für die Landschaftsbildgestaltung, den Klimaausglich, den Boden- und Wasserschutz und die Artenvielfalt. Streuobstwiesen seien wichtige Biotope für Vögel, Amphibien, Reptilien, Schmetterlinge, Schnecken, Spinnen und viele Insektenarten.

Darüber hinaus wurden den Teilnehmern die notwendigen Pflegemaßnahmen vorgestellt. „Streuobstwiesen sind durch die schaffenden Hände des Menschen entstanden und bedürfen daher regelmäßiger Pflege zum Erhalt“, verdeutlichte die Referentin.

Nach Zeiten der Gefährdung und Stagnation zeige sich eine erfreuliche Entwicklung. Streuobstwiesen stünden wieder im Blickfeld des Natur- und Landschaftsschutzes.

Auf der Streuobstwiese „Langer Weg“ bei Bad Orb wurden am Nachmittag Spiele vorgestellt, die zu den unterschiedlichen Jahreszeiten verschiedene Sinneseindrücke vermitteln. Die Teilnehmer fertigten mit Papier und Wachsmalstiften Baumrindenabdrucke und hatten bei verschiedenen Spielen die Gelegenheit, die Natur mit allen Sinnen zu erleben. Darüber hinaus lernten sie verschiedene Methoden der Tierbeobachtung kennen. „Dieser Tag vermittelte einen guten Einblick, wie man Kindern und Jugendlichen das Erlebnis Streuobstwiese in all seiner Vielfalt mit allen Sinnen näherbringen kann“, freut sich Stephanie Habermann, die als Praktikantin des LPV Main-Kinzig-Kreis die Gelegenheit hatte, an dem Kurs teilzunehmen. „Die kennengelernten Spiele zielten nicht nur darauf ab, das Thema Streuobstwiese zu vermitteln. Es wurden auch wichtige Grundfähigkeiten geschult. Dazu zählten Koordination mit allen Sinnen, Fein- und Grobmotorik, soziale Kompetenzen, aber auch Selbstständigkeit“.

„Es war ein gelungener Tag mit sehr interessierten und engagierten Teilnehmerinnen“, resümierte Kursleiterin Anika Hensel zufrieden. Der Wunsch, ökologische Zusammenhänge zu verstehen und nachhaltiges Wirken an die Kinder weiterzugeben, sei groß. Deshalb werde voraussichtlich auch im nächsten Jahr wieder ein Kurs zum Thema Streuobstpädagogik stattfinden.

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