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Ein neues Zuhause für Eisvögel

am 16.06.2019

GNA setzt sich an der Kinzig für den selten gewordenen Vogel ein

Main-Kinzig. Das Artenschutzprojekt der Gesellschaft für Natur und Auenentwicklung (GNA) zur Rettung des Eisvogels an der hessischen Kinzig kann fortgesetzt werden. Möglich macht das eine Förderung der Fraport AG.

Eisvögel sind das Symbol für naturnahe Gewässer, in deren steilen Ufer sie Brutröhren graben. Ein langsam fließender Bach oder Fluss mit reichem Fischbestand und guten Sichtverhältnissen ist ihr bevorzugter Lebensraum. Denn als so genannte Stoßtaucher ernähren sie sich hauptsächlich von Fischen, aber auch von Wasserinsekten und deren Larven, Kleinkrebsen und Kaulquappen.

Fliegender Edelstein
„Auch wenn ab und zu ein bunt schillernder Eisvogel an der unteren Kinzig gesichtet wird: Unsere Untersuchungen zeigen, dass nur wenige Uferwände den hohen Ansprüchen der streng nach EU-Recht geschützten Vögel genügen,“ berichtet Susanne Hufmann, Biologin und Vorsitzende der GNA. „Als Erdhöhlenbrüter graben Eisvögel mit dem Schnabel eine etwa 80 cm lange, leicht ansteigende Höhle in die senkrechte Uferböschung, an deren Ende ein erweiterter Nestkessel liegt.“

Kaum Brutmöglichkeiten
An der Kinzig befänden sich die Brutplätze vor allem am Oberlauf bei Schüchtern. Im Unterlauf der Kinzig werden schon seit einigen Jahren nur noch ganz selten Brutpaare beobachtet. Dies wurde leider durch die Kartierung der GNA 2016 bestätigt, denn entlang der untersuchten Strecke zwischen Gelnhausen und Erlensee konnten nur zwei aktive Brutplätze entdeckt werden, einer davon im Wurzelteller eines Baumes. Allerdings gab es auch Uferwände, die verwaiste Brutröhren aufwiesen. Insgesamt kartierte die GNA 113 Steilwände. Anhand von 592 Fotos und der erhobenen GPS-Koordinaten wählten die Naturschützer 35 Steilwände für die geplanten Optimierungsmaßnahmen aus.

Mit Hand, Bagger und Bohrer
Eine erste Wiederherstellung von potentiellen Brutwänden fand im Januar an der Kinzig im Langenselbolder Auenwald Hochholz statt. Zuvor mussten wie üblich alle erforderlichen Genehmigungen eingeholt werden. „Ein Aufwand, der sich gelohnt hat“, meint Hufmann.

Der „Machbarkeitstest“ erweis sich als erfolgreich, so dass schon im Februar sieben weitere Brutwände optimiert wurden. Dazu werden zunächst die Böschungskanten mit einem Spaten abgestochen. Dann kommt ein spezieller Kleinbagger zum Einsatz, der die Wände begradigt und Lehmvorsprünge abbricht, die Prädatoren wie Waschbär und Marder als Aufstiegshilfen dienen könnten. Der Bagger ist besonders bei engen Platzverhältnissen dank einer speziellen Bauweise optimal einsetzbar und hat nur ein geringes Betriebsgewicht, was hilft, Flurschäden im Waldboden oder auf Wiesenflächen zu vermeiden. Zum Schluss kommt ein Erdbohrer zum Einsatz, der gleich mehrere Brutröhren für den Eisvogel „vorbohrt“. Ob die neuen Röhren vom Eisvogel angenommen wurden, überprüft die GNA in diesen Tagen.

„Diese innovative Vorgehensweise ist nicht ganz billig. Deshalb sind wir sehr froh, dass unser Projekt auch 2019 wieder aus dem Umweltfonds der Fraport AG gefördert wird“, schließt Susanne Hufmann. Mit den Fördergeldern aus dem Umweltfonds unterstützt der Flughafenbetreiber den Regionalpark RheinMain, Forschungsprojekte und umweltpädagogische Maßnahmen sowie Natur- und Umweltschutzprogramme in der Region. Seit 1997 wurden rund 1100 Einzelmaßnahmen mit einer Gesamtsumme von über 38 Millionen Euro bezuschusst.

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