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Gerd und Heike Hausen sprachen über Perspektiven der Keramikproduktion

am 07.06.2019

Offene Stammtisch des Altstadtfördervereins erneut in „Werths Teelädchen“

Wächtersbach. Der Offene Stammtisch des Altstadtfördervereins Wächtersbach erfreute sich wieder regen Interesses. Er fand nun zum zweiten Mal in „Werths Teelädchen“ statt. Durch die Nachbarschaft zum Altstadtcafé war auch für leckeren Kaffee und Kuchen gesorgt. Nach einem kurzen Rückblick auf die zu Ende gehende Messe und den Kunsthandwerkermarkt diskutierte die Runde angeregt mit den Eheleuten Gerd und Heike Hausen über Vergangenheit und Perspektiven der Keramikproduktion.

Der Keramikmodelleur Gerd Hausen wurde 1958 im Westerwald geboren, also in einer der führenden Keramik-Regionen in Deutschland. Im Alter von 16 Jahren bescheinigte ihm ein beruflicher Eignungstest, was er bereits wusste: Für ihn kam nur ein kreativer Beruf in Frage. Damals, in der 1970er Jahren, war der Beruf des Keramikmodelleurs attraktiv und gefragt. So kam es, dass er eine Ausbildung absolvierte, ein Studium an einer Fachschule anschloss und 1981 zur Waechtersbach Keramik kam. So begleitete er die bewegte Geschichte dieses Unternehmens über die Jahrzehnte bis zu seiner Schließung. Seinen interessierten Zuhörern konnte Gerd Hausen zunächst den Begriff der Keramik erläutern. So verbirgt sich hinter diesem Oberbegriff Steingut, Steinzeug und Porzellan, wobei Porzellan mit seinem hohen Anteil an Kaolin die höchste und Steingut die niedrigste Brenntemperatur hat. Unter den Begriff des Steinguts fällt dann auch die wohlbekannte Waechtersbach Keramik mit ihrer rund 180jährigen Geschichte am bekannten Standort in Schlierbach. Zwischenzeitlich haben sich Gerd und Heike Hausen auf Raku-Kunst verlegt. Bei dieser japanischen Technik wird durch eine schlagartige Abkühlung der gebrannten Objekte die Glasur zum Springen gebracht. Dadurch wird jedes Stück einzigartig und unverwechselbar.

Rege diskutiert wurde über Perspektiven einer Nutzung des früheren Firmengeländes der Waechtersbach Keramik. Einzelne Gebäude sind denkmalgeschützt, so dass eine Nachnutzung sehr begrüßenswert ist. Keine Hoffnung konnte Gerd Hausen den Gästen aber auf eine Wiederaufnahme der industriellen Produktion am Standort machen. Auch die Produktion von Einzelstücken aus dem Sortiment sei teils gar nicht möglich, teils zu aufwendig und damit zu teuer. Kleinere Produktionen und die Herstellung von besonderen Firmen- und Vereinspräsenten wie der beliebten Henkeltasse oder der Altstadtpreis-Kachel seien im „BrachtWerk“ in Schlierbach allerdings weiterhin möglich.

Zum Juli-Stammtisch mit  Chrakterköpfen am 6. Juli  ist  die Schriftstellerin Meike Schwagmann aus Wittgenborn zu Gast. Weitere Informationen zum Stammtisch und den Aktivitäten des Altstadtfördervereins Wächtersbach gibt es unter www.altstadt-waechtersbach.de und auf facebook.

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