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Die Schreinerei von Thomas Sinsel (Zweiter von links) ist mit Hilfe des Förderprogramms an einen neuen Standort umgezogen. Landrat Thorsten Stolz (links), Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (Dritte von rechts) und Bürgermeister Rainer Schreiber (Mitte) schauten sich die neuen Werkshallen gemeinsam mit Johannes Michel und Sabine Rupp (jeweils Kreisverwaltung) und Kerstin Varga-Sinsel kürzlich an.

„Fundament des Dorfzusammenhalts stärken“: Zusätzlicher Anreiz zur Belebung der Dorfmitten

am 14.01.2019

Leerstehende Immobilien werden mit Programm saniert und neu belebt – Gut 70 Projekte bereits bewilligt

Jossgrund / Main-Kinzig. „Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, Vereine: Wenn die soziale Infrastruktur stimmt, dann ist ein Dorf lebenswert und für die Zukunft gerüstet. Wenn dieses Fundament bröckelt, dann droht eine Spirale nach unten in Gang zu kommen. Wir stärken als Main-Kinzig-Kreis dieses Fundament des Dorfzusammenhalts mit einem eigenen Förderprogramm, das die alten Ortskerne stärkt, Investitionen auslöst und kleine Orts- und Stadtteile als Lebensraum attraktiver macht“, so Landrat Thorsten Stolz. Im Februar vergangenen Jahres hatten Landrat Stolz und Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler das Förderprogramm Ländlicher Raum präsentiert, das sich im ersten Jahr gleich als Erfolgsprojekt entwickeln sollte. Bis Ende 2018 wurden durch den Main-Kinzig-Kreis gut 70 Projekte bewilligt.

Seit Start des Programms im Februar wurden mehr als 160 Projektanträge, vorwiegend von Privatpersonen und Familien, eingereicht. Überwiegend stammen die Anträge aus dem Bergwinkel, doch auch kleinere Orte und Stadtteile aus der Kreismitte und Teile des Westkreises gehören zum Förderhorizont. Den Umfang des Programms von ursprünglich einer Million Euro hat der Kreisausschuss im Herbst noch einmal um 500.000 Euro aufgestockt. Grund: die hohe Nachfrage und die geringen bürokratischen Hürden.

„Die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  in der Kreisverwaltung leisten hier großartige Vorarbeit für den Kreisausschuss“, sagte Susanne Simmler, in deren Verantwortung das Förderprogramm Ländlicher Raum liegt. „Vom Antragstellen über den Beratungstermin bis hin zur Bewilligung durch den Kreisausschuss vergehen wenige Wochen. Der Aufwand für die Bauherren ist gering, die Wartezeit im Vergleich zu anderen Förderprogrammen äußerst kurz. Über allem steht das Ziel, die Projekte so zügig wie möglich voranzubringen.“

Sichtbare Erfolge: In leerstehende Gebäude kehrt neues Leben ein
Die Erfolge sind sichtbar. Seit fast einem Jahr werden nun neue Cafés aufgebaut, etwa in Biebergemünd-Kassel und Steinau-Marjoß. Leerstehende Gasthäuser werden mit neuem Konzept wiedereröffnet und erweitert wie in Schlüchtern-Elm. Nicht mehr genutzte Gebäude werden umgebaut zu einem Hofladen wie in Brachttal-Hellstein oder für kleinere Gewerbeeinheiten wie in Sinntal-Altengronau. Neue Dorfzentren werden eingerichtet, so genannte Schandflecken oder „Dorfruinen“ beseitigt, etwa in Steinau. Häuser für mehrere Generationen oder soziale Wohnprojekte wie in Uerzell oder Ahlersbach entstehen.

Eines der ersten gewerblichen Projekte, das bewilligt worden ist, wächst und gedeiht: Innerhalb von Jossgrund hat sich die Firma von Thomas Sinsel, die Schreinerei und Montageservice Sinsel, an einem neuen Standort vergrößert. Die Fördermittel des Kreises halfen mit, dass die größten Bauarbeiten begonnen werden konnten und maßgeblich durch Eigenleistung auch schon sehr weit fortgeschritten sind. Die letzten Maschinen werden dieser Tage vom alten an den neuen Standort in Burgjoß gebracht. Mehr Platz bedeutet für das Unternehmen auch mehr Kapazitäten: Nach Abschluss der Baumaßnahmen wird sich der Betrieb personell vergrößern. Jossgrunds Bürgermeister Rainer Schreiber ist voll des Lobes: „Mit dem Förderprogramm wird der Ländliche Raum wirksam und sichtbar gestärkt. Der Kreis setzt damit wichtige Zeichen.“

„Natürlich werden mit den Fördermitteln vor allem junge Familien bedacht, die im Main-Kinzig-Kreis ihre Heimat sehen und sich bewusst für den ländlichen Raum entscheiden“, erklärt Landrat Thorsten Stolz. „Wir verzeichnen im Kreisgebiet ein hohes Bevölkerungswachstum. Immer mehr Menschen entdecken dabei die kleinen Orte vom südlichen Vogelsberg bis zum Spessart und zur Vorrhön für sich. Wir setzen zusätzliche Anreize für sie.“

Hinter dem Förderprogramm und den geförderten Projekten stehen der Kreistag und der Kreisausschuss geschlossen. Den Beschluss über die Förderhöhen wie auch über die bewilligten Projekte fällten die Kreisgremien in den vergangenen Monaten immer einstimmig. „Es ist ein gutes Signal an die Menschen im ländlichen Raum, dass wir über alle Fraktionen hinweg gemeinsam etwas für die Belebung der Ortskerne tun, ohne uns selbst im Weg zu stehen. Ein Dank geht hier an alle Kreistagsmitglieder für die gute Zusammenarbeit“, so Simmler.

Kreistag hat Förderprogramm verlängert
Die Zahl der neu eingereichten Projekte wird sich auch in diesem Jahr auf einem hohen Niveau bewegen, schätzt das zuständige Amt für Umwelt, Naturschutz und ländlicher Raum. Darauf deuteten schon die Anfragen und Anträge hin, die auch noch im letzten Quartal 2018 in der Kreisverwaltung eingegangen sind. Daher hat der Kreistag jüngst entschieden, für das Förderprogramm im kommenden Jahr weiterhin 1,0 Million Euro zur Verfügung zu stellen.

„Die gewollte Vernetzung mit anderen Partnern ist gegeben“, so Susanne Simmler. „Das Programm integriert sich nicht nur in die bestehende Förderlandschaft zur Dorferneuerung und Regionalentwicklung, sondern lässt sich durchaus auch kombinieren mit kommunalen Programmen wie in Schlüchtern, Birstein, Gründau und Biebergemünd.“ Der Erfolg dieses Programms in den ersten gut zehn Monaten spreche für sich.

Landrat Thorsten Stolz berichtet zudem von „Nachbarschaftseffekten“. „Wir bekommen aus den Städten und Gemeinden zurückgespiegelt, dass diese Projekte Signalwirkung für einen ganzen Straßenzug und ein ganzes Wohnviertel haben können, die Baumaßnahmen anderer Bauherren nach sich zögen. Wenn das Förderprogramm tatsächlich auch diesen Effekt haben sollte, dann kann uns das allen nur recht sein“, findet Thorsten Stolz.

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