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Landrat Thorsten Stolz (Mitte) präsentierte zusammen mit Christine Raedler und Dr. Georg-Wilhelm Hanna (rechts daneben) sowie den Autorinnen und Autoren das neue Heimatjahrbuch Bergwinkel-Bote.

„Selbst zu einem Stück Heimatgeschichte geworden“

am 07.11.2018

Landrat Stolz stellt 70. Ausgabe des Bergwinkel-Boten-Heimatkalenders vor

Main-Kinzig. Kurz vor Beginn des Kalten Markts in Schlüchtern, wie es gute Tradition ist, hat Landrat Thorsten Stolz die neue Ausgabe des Bergwinkel-Boten-Heimatkalenders präsentiert, gemeinsam mit Schriftleiter Dr. Georg-Wilhelm Hanna und vielen der Autorinnen und Autoren. „Es ist eine ganz besondere Ausgabe“, stellte Thorsten Stolz in seiner Begrüßungsrede voran. Das Heimatjahrbuch für 2019 sei das 70. insgesamt, „damit ist der Heimatkalender selbst längst zu einem Stück Heimatgeschichte geworden“.

Landrat Stolz bedankte sich beim 15-köpfigen Autorenkreis. Ein besonderer Dank ging an Georg-Wilhelm Hanna für die Organisation und Christine Raedler, der Leiterin des Zentrums für Regionalgeschichte, für die Dokumentation der regionalen Ereignisse in den vergangenen Monaten.

Die Autorinnen und Autoren widmen sich im neuen Heimatjahrbuch Bergwinkel-Bote zum einen dem Leitmotto „Künstlerische Strömungen um 1900“, zum anderen historischen Personen und Ereignissen aus der Region darüber hinausgehend. Diese Form der Dokumentation halte Zeitgeschichte fest und präge das Bild der eigenen Heimat, so Stolz. „Zu Heimat gehören die über Jahrhunderte gewachsenen Kulturlandschaften, aber auch Geschichte, Geschichtchen und Anekdoten, die man bewahrt und an die nächsten Generationen weitergibt“, fasste der Landrat zusammen.

Schriftleiter Georg-Wilhelm Hanna schloss in seiner Ansprache an die Worte des Landrats an. „Wir werden in der Ausgabe für 2020 sogar verstärkt auf die Kinzigtal-Heimat eingehen“, kündigte er an. Christine Raedler betonte ihrerseits die Bedeutung, „Heimat auch immer wieder an junge Familien zu vermitteln“. Dem werde das Buch jedes Jahr aufs Neue gerecht. Ein Garant für die Fortsetzung der Tradition sei die Firma Griebel Druckdienstleistungen, die mit großem Engagement das Heimatjahrbuch Bergwinkel-Bote auf den Weg bringe, gestalte und vertreibe. Ein Dank ging in den Ansprachen auch an die Inserenten, die mit dazu beitrugen, den Verkaufspreis bei fünf Euro zu belassen.

Im Leitmotiv der neuen Ausgabe wirft der Bergwinkel-Bote Schlaglichter auf die Zeit um 1900, eine Zeit des Aufbruchs in die Moderne. Die Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern wankte; Künstlervereinigungen entstanden außerhalb staatlicher Akademien; der Traditionsbruch ermöglichte Freiheit und Stilvielfalt – „Kunst um der Kunst Willen“ (L‘art pour l‘art). Man malte in den Stilarten Realismus, Impressionismus, Symbolismus, Jugendstil. Regionale Spuren hierfür hinterließen zum Beispiel Richard Estler, der an der Hanauer Zeichenakademie wirkte und stimmungsvolle Kinzigtallandschaften hinterließ, die aktuell das Kalendarium zieren. Auch der Dresdner Impressionist Robert Sterl wirkte in der Region: Er unterhielt im Töpferdorf Wittgenborn ein Sommer-Atelier. Werner Kurz sowie das Museum Obere Saline aus Bad Kissingen dokumentieren Leben und Wirken der beiden Persönlichkeiten.

Weitere heimatgeschichtliche Themen werden im Bergwinkel-Boten behandelt, darunter mittelalterliche Warten der Stadt Steinau an der Straße, vorgestellt von Hans-Joachim Knobeloch. Zur Reformation des Abtes Petrus Lotichius vor 475 Jahren fasst Dr. Elisabeth Heil ihre Gedanken im Beitrag „Mehr als der Laienkelch!“ zusammen. „Jüdisches Leben in Ulmbach“ wird von Dr. Benedikt Mario Röder – bereits in einem zweiten Teil – publiziert.

Hermann Tilp setzt sich mit dem um die Nutzung der Wüstung Eschers geführten Weidekrieg auseinander. Ernst Müller-Marschhausen beschäftigt sich mit den häufigsten Sterbfritzer Familiennamen von 1683 bis heute. Karl Theodor Hahn widmet dem Steinauer Unternehmen Romeiser, die um 1900 Kutschen und Leiterwagen herstellten, einen Beitrag und Bernd Ullrich dem Heimatforscher und Mundartdichter Heinrich Hermann Julius Hüniche alias „Hann-Kuhrt“. Markus Dersch wertet die Zeitschrift „Unsere Heimat“ als Spiegel der Notzeit des Ersten Weltkriegs aus. Ulrich Schwind erinnert an die Traditionsgaststätte Nau in Schlüchtern-Herolz, die 2017 schloss und in der Altkanzler Helmut Schmidt einst Tee mit Rum trank. Familien- und Wirthausgeschichte besonderer Art liefert Tim Bachmann und überliefert die Tradition und Ortsgeschichte im Elmer Gasthaus „Zu den sieben Brüdern“.

Darüber hinaus sind im Heimatjahrbuch wie immer der aktuelle „Jahresablauf im Bergwinkel“ dargestellt, den Norbert Griebel zusammengestellt hat. Die aktuelle Abbildung von Aufgaben und Funktionen der Verwaltung des Main-Kinzig-Kreises sowie die Statistiken zu den Städten und Gemeinden runden den Heimatkalender inhaltlich ab. Das Buch ist ab sofort für fünf Euro im Handel sowie bei einigen Kommunen zu bekommen.

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