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Lärmschutz jetzt! Und zwar für alle. Das wollen Annika Herchenröther (ProWächtersbach), der Landtagsabgeordnete Daniel May (Grüne), Bundestagsabgeordnete Bettina Müller (SPD), Andrea Euler (ProWächtersbach), Karin Masche (Vertreterin der verkehrspolitischen Sprecherin der Linken im Bundestag) und Oskar Soliga (ProWächtersbach).

Lärmschutz – aber für alle

am 12.03.2018

Fazit der Veranstalter: "Alle sehen Handlungsbedarf – die CDU nicht"

Wächtersbach. Einen großen Schritt weiter ist die Bürgerinitiative ProWächtersbach, die sich mit den Planungen der Bahn im Kinzigtal beschäftigt. Bei einer Diskussionsveranstaltung zur Petition im Aufenauer Wirtshaus „Zur Quelle“, die sich mit dem Lärmschutz auch an der alten Bahntrasse auseinandersetzt, signalisierten Bundespolitiker Zustimmung, eine Gesetzesinitiative in den Deutschen Bundestag tragen zu wollen. Die mehr als 90minütige Veranstaltung wurde von den Vorstansmitgliedern Andrea Euler, Annika Herchenröther und Oskar Soliga moderiert und anhand von Fotos, Schautafeln und Tabellen inhaltlich nachvollziehbar dargestellt.

Im Grundsatz stehen Vertreter aller Parteien außer der CDU der Petition und der Gesetzesinitiative wohlwollend gegenüber. Bundestagsabgeordnete Bettina Müller (SPD) verwies auf ein „Schienenpapier“ der SPD, 2016 verabschiedet, das ebenfalls zum Ziel hat, den Lärmschutz an den Bestandsstrecken auf das Niveau der „Lärmvorsorge“ an den alten Trassen zu bringen.

Der Hessische Landtagsabgeordnete Daniel May, der die Grünen in der Diskussion vertrat, lobte die Petition ebenfalls als „guten Ansatz“. Und er sagte: „Wenn Sie möchten, dass wir das Thema in der Debatte halten – das kriegen wir hin.“

Am Weitesten ging Sabine Leidig, verkehrspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, die bei der Diskussion von ihrer Mitarbeiterin Karin Masche, einer Fuldaer Stadtverordneten,  vertreten wurde. Masche selbst brachte den Gedanken ins Spiel, mit einer Gruppierung eisenbahn-affiner Bundestagsabgeordneter das Gespräch suchen zu wollen, um hier Zustimmung zum Petitionsinhalt zu bekommen. Sabine Leidig indes hatte schon im Vorfeld der Veranstaltung zugesagt, auch eine Gesetzesinitiative in den Deutschen Bundestag zu tragen, wenn sich keine Einigkeit über die Fraktionen hinweg in dieser Frage ergäbe.

Und danach sieht´s nicht aus: Die CDU „schwänzte“ die Diskussionsveranstaltung. Verständlich zu nennen, dass der heimische Abgeordnete Dr. Peter Tauber, der sich nach einer lebensbedrohlichen Erkrankung in Reha befindet, nicht kommen konnte. Die CDU bot jedoch auch keinen Ersatzmann (oder Ersatzfrau) auf. In einem Schreiben an den Vereinsvorstand, das Vorsitzende Andrea Euler verlas, findet sich die Linie Taubers: Verkehrslenkung und leise Bremsen werden die Bahn in den kommenden Jahren ohnehin leiser machen. Die freiwillige Lärmsanierung sei im Gange – weiteren Regelungsbedarf sehe er nicht.

Das sieht Bettina Müller anders: „Ich bin auf Ihrer Seite, werde tun, was ich kann“, betonte sie. Sie riet dazu, mit anderen Bürgerinitiativen, die im Kreis am Thema arbeiten, den Zusammenschluss zu suchen. Das wiederum konterte Vereinsmitglied Fritz Feit, der „außer Lippenbekenntnissen“ bisher wenig Bewegung bei den Mitstreitern beobachtet hat: „Die sollen bitte erst mal die Petition unterschreiben, bevor sie von BI-Dachverbänden reden.“

Das Publikum zeigte sich überwiegend sehr informiert über die behandelte Thematik und diskutierte intensiv mit. Etwa, als Bettina Müller die hohen Kosten ansprach, die mit der Umsetzung der Forderung verbunden seien. „Lärmschutz ist teuer, stimmt“, entgegnete darauf Volker Laubenthal von den örtlichen Grünen. „Aber die medizinische Behandlung der Lärm-Opfer ist auch teuer. Da ist es mir lieber, für Lärmschutz zu zahlen, als Krankheitskosten zu tragen.“ Eine Aussage, die die Veranstaltungsgäste mit intensivem Applaus belohnten.

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