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Bürgermeister Rainer Schreiber (rechts) führt Landratskandidat Thorsten Stolz durch die Holzhackschnitzel-Heizanlage im Bioenergiedorf Burgjoß

Stolz: Bioenergiedorf Burgjoß ein Musterbeispiel für Bürgerengagement im ländlichen Raum

am 18.01.2017

Spessart-Dorf spart jährlich 400.000 Liter Heizöl und reduziert CO2-Emissionen um 1.200 Tonnen

Jossgrund / Main-Kinzig. Als Musterbeispiel für Bürgerengagement in ländlichen Kommunen und für nachhaltige Projekte auf dem Weg hin zu Energiesicherheit und Preisstabilität hat SPD-Landratskandidat Thorsten Stolz die Holzhackschnitzel-Heizanlage bezeichnet, die im Jossgründer Ortsteil Burgjoß 2010 in Betrieb gegangen ist und mittlerweile 156 von insgesamt 180 Häusern mit Wärme versorgt. 15 Einwohner initiierten das Projekt im Jahr 2005 und gründeten die Genossenschaft „Bioenergiedorf Burgjoß im Spessart eG“, um im 700-Einwohner-Ort eine zukunftsweisende, sichere, ökologische und bezahlbare Wärmeversorgung zu schaffen. „Burgjoß weg vom Öl“, lautete seinerzeit das Motto. Zu den 15 Pionieren zählte damals auch Bürgermeister Rainer Schreiber, der Landratskandidat Thorsten Stolz im Rahmen seiner „Tour Ländlicher Raum“ das Vorzeigeprojekt im Spessart zeigte.
 
„Wir sparen heute 400.000 Liter Heizöl, was eine Reduzierung der CO2-Emissionen von 1.200 Tonnen pro Jahr bedeutet“, berichtete Schreiber von dem enormen Beitrag für den Umweltschutz, den die Anlage ermöglicht. Der Rathauschef ist auch Aufsichtsratsvorsitzender der Genossenschaft und nannte im Gespräch mit Thorsten Stolz weitere Zahlen: 3,2 Millionen Euro kostete die Anlage insgesamt. 100.000,- Euro Zuschuss kamen von der Europäischen Union (EU), 100.000,- Euro vom Land Hessen und 50.000,- Euro vom Main-Kinzig-Kreis. Außerdem förderte die KfW-Bank das Projekt. „Unsere Genossenschaftsmitglieder erbrachte Arbeiten für rund 200.000,- Euro in Eigenleistung“, berichtete Schreiber weiter - hauptsächlich beim Bau des Heizhauses und der Lagerhalle für die Holzhackschnitzel. Insgesamt sechs Kilometer Gräben rissen die Bauarbeiter auf, um den Großteil der Häuser in Burgjoß an die Anlage anzuschließen. „Das Dorfgemeinschaftshaus, die Kirchen und das Forstamt zählen ebenfalls dazu“, sagte der Bürgermeister. Heute kümmern sich vier 450-Euro-Kräfte um die Buchhaltung und die regelmäßige Kontrolle der Anlage.
 
Jedes Genossenschaftsmitglied zahlte einen Mitgliedsbeitrag von 2.250 Euro. Darin enthalten sind die Anschlussgebühr an das Fernwärmenetz und die  Wärmeübergabestation. „Durch die niedrige Anschlussgebühr ist es auch Mitgliedern mit niedrigem Einkommen oder kinderreichen Familien möglich, sich an das Fernwärmenetz anschließen zu lassen. Unsere Ausrichtung zur Energieversorgung ist nicht nur eine ökonomische und ökologische, sondern auch eine soziale Einrichtung“, betonte Schreiber. Nach zehn Jahren, wenn alle Kredite abbezahlt seien, sinke der Preis für eine Kilowattstunde Energie von aktuell elf Cent auf dann fünf Cent. „Damit sind wir dann konkurrenzlos günstig“, fasste der Aufsichtsratsvorsitzende zusammen.
 
Landratskandidat Stolz zeigte sich sehr beeindruckt von der Anlage: „Das Bioenergiedorf Burgjoß ist ein schönes Beispiel dafür, wie im ländlichen Raum mit viel Engagement und Eigeninitiative innovative und zukunftsweisende Projekte umgesetzt werden können“. Die Holzhackschnitzel-Heizanlage schaffe nicht nur Versorgungssicherheit und Preisstabilität, sondern sei auch ein nachhaltiger Beitrag für Umwelt- und Klimaschutz.
 
Stolz nutzte zudem die Gelegenheit, um mit Schreiber über das „Förderprogramm Ländlicher Raum“, das er im Falle seiner Wahl zum Kreisoberhaupt auflegen wird, zu sprechen. Das Förderprogramm soll vor dem Hintergrund des demographischen Wandels die Ortskerne stärken und Anreize schaffen, in ländlich strukturierten Kommunen Bestandsimmobilien und Grundstücke zu reaktivieren, die derzeit leer stehen oder brach liegen. „Es geht darum, das Leben zurück in die Ortskerne zu holen. Und das funktioniert nur mit Menschen“, so Thorsten Stolz. Das geplante „Förderprogramm Ländlicher Raum“ soll Engagement in Ortskernen fördern, nicht im Neubaugebiet. Dabei macht es nach den Vorstellungen des Landratskandidaten keinen Unterschied, ob sich Privatleute oder Kommunen einer Bestandsimmobilie oder einer innerörtlich brach liegenden Fläche annehmen. Im Main-Kinzig-Forum in Gelnhausen wird Thorsten Stolz deshalb auch eine zentrale Bauberatung einrichten, die allen Interessenten zur Seite steht, die sich für eine aus dem kreiseigenen Fördertopf bezuschusste Immobilien- oder Grundstücksübernahme im ländlichen Raum interessieren.

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