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Mit wenigen Klicks zum öffentlichen Auftrag

am 08.05.2016

Landrat Pipa wirbt für elektronisches Vergabesystem – Zahl der Asylsuchenden rückläufig

Main-Kinzig / Wächtersbach. Landrat Erich Pipa hat sich in der Bürgermeisterdienstversammlung am Dienstag (3.5.) dafür stark gemacht, eine einheitliche elektronische Vergabeplattform von Kreis, Städten und Gemeinden einzuführen. „Wir setzen im Main-Kinzig-Kreis seit Jahren viel daran, dass sich die hiesigen Unternehmen um öffentliche Aufträge bewerben. Wenn Turnhallen saniert werden, wenn Schulfenster ausgetauscht oder Straßen erneuert werden, dann hätten wir es im Kreisausschuss natürlich gerne, dass möglichst viele Firmen aus unserem Landkreis ein Angebot abgeben. Auch wenn rund 80 Prozent der Aufträge anhand fester Kriterien an Firmen innerhalb des Main-Kinzig-Kreises vergeben werden: Bei weitem nicht alle Handwerksunternehmen und insbesondere nicht die kleineren Betriebe beteiligen sich an den Bieterverfahren“, bedauerte Landrat Pipa. Das soll sich durch eine „e-Vergabe“, also ein elektronisches Verfahren zur Vergabe öffentlicher Aufträge, ändern.
„Wir verfolgen mit dieser Umstellung zwei Ziele. Zum einen wollen wir es Unternehmen einfacher machen, Angebote abzugeben, und zwar vor allem per Computer und mit wenigen Klicks. Zum anderen wollen wir auch ein gutes Stück Bürokratie in diesen mitunter sehr kleinteiligen Verfahren einsparen“, sagte Pipa. Derzeit würden Aufträge über Bekanntmachungen ausgeschrieben, Unterlagen an Interessenten ausgegeben, Angebote eingeholt, Rückfragen von Bietern beantwortet, weitere Nachweise eingefordert und ergänzende Informationen bereitgestellt. Das binde Personal und koste Zeit, erklärte der Landrat, sowohl auf der Verwaltungs- wie auch auf der Bieterseite. Dagegen könne ein elektronisches Vergabesystem, das der Kreis bis spätestens 2018 einführen will, für eine schnellere und leichtere Abwicklung sorgen. „Wir ermöglichen es den Unternehmern dadurch, kostenfrei und digital zu recherchieren. Das heißt, dass Aufträge mitsamt Vergabeunterlagen online stehen und ein Handwerksmeister die notwendigen Nachweise zu jeder Zeit per Computer einreichen kann, letztlich sogar papierlos, so dass ihm keine weiteren Kosten entstehen“, stellte der Landrat die Vorteile heraus.
Der Main-Kinzig-Kreis plant ein Pilotprojekt in dieser Richtung. „Sinn macht die Umstellung vor allem dann, wenn die Rathäuser auf die gleiche Software zurückgreifen. Damit könnten wir eine gemeinsame Plattform etablieren, eine zentrale Adresse für Unternehmen, die sich um Aufträge bemühen“, so Pipa. In einem zweiten Schritt hole man die Industrie- und Handelskammer sowie die Kreishandwerkerschaft ins Boot, damit diese unter ihren Verbandsmitgliedern für die e-Vergabe werben.
Rückläufige Zahl an Asylsuchenden
Als weiteres Thema an der Bürgermeisterdienstversammlung sprach die Kreisspitze – neben Landrat Erich Pipa nahmen auch Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Kreisbeigeordneter Matthias Zach teil – die Entwicklung der Asylsuchendenzahl im Main-Kinzig-Kreis an. Derzeit befinden sich rund 6.440 Asylbewerber und Flüchtlinge im Kreisgebiet. Die Zahl der vom Regierungspräsidium Darmstadt an die Landkreise zugewiesenen Menschen sei rückläufig: „Wir beobachten die Entwicklung sehr genau und bereiten uns auf verschiedene Szenarien vor“, sagte Pipa. „Im Moment bewegen wir uns mit 50 bis 80 Personen pro Woche auf ein Niveau zu, das vor etwas mehr als einem Jahr der Normalzustand gewesen ist. Wie sich allerdings die europa- und weltpolitische Lage über die Sommermonate entwickelt – und davon hängen die Zuweisungszahlen des Main-Kinzig-Kreises letzten Endes ab –, kann niemand zuverlässig sagen.“

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